Ebstorfer Bürgermeister kandidiert für das oberste Amt in der Samtgemeinde

Senking will ins Rathaus

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Bürgermeister Heiko Senking: 2016 übernimmt der das Amt in Ebstorf von seinem Vorgänger Uwe Beecken. Gestern gibt er seine Kandidatur für die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters bekannt.

Ebstorf – „Sehr geehrte Damen und Herren, hallo Leute“, so beginnt die Mail, die gestern Nachmittag die Redaktion erreicht. Nun ist es nichts Ungewöhnliches, dass Ebstorfs Bürgermeister seine Ideen vom Smartphone aus an einen großen Personenkreis versendet.

In diesem Fall es etwas anderes: Da teilt Heiko Senking mit, dass er Bürgermeister der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf werden will. Er ist der Erste, der seine Kandidatur für die Wahl des Nachfolgers von Hans-Jürgen Kammer (SPD) am 26. Mai bekannt gibt.

„Offen, ehrlich und mit allen Tiefen und Erfahrungen“, so charakterisiert sich der Ebstorfer Bürgermeister und Gruppensprecher von UWG und FBE im Samtgemeinderat selbst. „Ich bin durch meine Erfahrungen als ehemalige Vorsitzender des Motorradklubs (des MC Brenner, die Red.) und des TuS Ebstorf geeignet, mal zu motivieren, mal querzudenken und das nicht in den Strukturen von 1983.“

Der 53-jährige UWG-Politiker, verheiratet, Vater eines Sohns und bereits Großvater, leitet bei der Staatsanwaltschaft Lüneburg eine Gruppe mit 13 Mitarbeitern, zuständig für organisierte Kriminalität und Drogen in sechs Landkreisen. Der Justizamtsinspektor, der bei der vorigen Kommunalwahl im Ebstorfer Bereich die meisten Stimmen erhielt, rechnet sich gute Chancen aus. „Ich hab’ einen tollen Job, aber ich würde es mir nie verzeihen, etwas nicht zu tun, was die Samtgemeinde besser machen könnte“, sagt Senking im Gespräch mit der AZ.

Ein Ansatzpunkt für ihn ist die Erkenntnis, dass sich der Norden des Landkreises schneller als der Rest entwickelt. „Zukünftig müssen auch die kleineren Orte und Gemeinden der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf in diesen Entwicklungsprozess vermehrt mit eingebunden werden“, fordert der Kandidat. In diesem Zusammenhang nennt er Kindertagesstätten, vernetzte Vereinsbusse, Kooperationen von Vereinen und Verbänden und Baulandausweisungen. Besonders die kleineren Dörfer, so Senking, könnten für Interessierte aus Hamburg, Munster, Winsen und Lüneburg interessant und finanziell erschwinglich sein. Mit den Neubürgern würden die Dörfer, aber auch die Samtgemeinde gestärkt.

Bei der Entwicklung will Senking Ortsräte, Feuerwehren, Vereine und Verbände einbinden, wodurch am Ende auch die Verwaltung entlastet würde.

Um gezielt Fördermittel zu nutzen, will Senking eine eigene Stelle im Rathaus in Bad Bevensen schaffen. Touristisch und wirtschaftlich rät er zu einer Zusammenarbeit mit den Kreisen Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und dem Heidekreis.

Bei den großen Verkehrsvorhaben A 39 und Alpha-E setzt Senking auf konstruktive Gespräche im Interesse der direkt Betroffenen. „Eine strikte Verweigerungshaltung in verkehrstechnischen Fragen werde ich vermeiden.“

VON GERHARD STERNITZKE

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