Aus Urlaubsregion Ebstorf wird das Heideferienland: Vorsitzender Holger Hilmer macht Vorschläge

Mit Schnucke und Wolf unterwegs

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Mit Kloster und Radwegen wirbt die Urlaubsregion Ebstorf um Besucher. Sie könnte zum „Heideferienland“ werden, wenn es nach dem Vorsitzenden Holger Hilmer geht.

Ebstorf. Urlaub in Ebstorf? Bei dieser Vorstellung zieht mancher Bürger die Stirn in Falten. Dabei ist der Tourismus ein echter Wirtschaftsfaktor.

Knapp 40 000 Übernachtungen zählte die Urlaubsregion Ebstorf, zu der neben dem Klosterflecken Hanstedt I, Wriedel, Schwienau und Natendorf gehören, im vergangenen Jahr. Hinzu kamen 20 000 Tagesgäste im Kloster und im Arboretum Melzingen. Das entspricht einer Wertschöpfung von etwa 3,6 Millionen Euro. Diese Zahlen nannte Angela Geschonke, Leiterin der Tourist-Info, am Montag im Ebstorfer Tourismusausschuss. Und es sollen noch mehr werden.

Holger Hilmer

„Wenn wir jeden Touristen dazu bringen würden, zehn Euro mehr hierzulassen, dann wäre es eine halbe Million mehr“, befand Holger Hilmer, Vorsitzender der Urlaubsregion Ebstorf. Dazu schlägt er nicht mehr vor, als die Tourismuswerbung auf den Kopf zu stellen – den Namen nicht ausgeschlossen. „Der Name ,Urlaubsregion’ hat keinen geografischen Bezug. Vielleicht wäre es gut, wenn wir einen Namen hätten, der die Heide enthält“, erläuterte Hilmer. Auf dem Land befindet man sich auch, und Ferien sprechen den Nachwuchs an. Macht zusammen das „Heideferienland“ Ebstorf, so die Idee, die in einer Arbeitsgruppe entwickelt wurde.

Fehlt nur noch ein Logo, das Urlauber auf der Homepage und auf Propekten anlockt und auf Schildern wieder in der Region auftaucht. Die Heidschnucke gehört natürlich dazu, und den Wolf kennen die Menschen schon aus der Kindheit, schlug Hilmer vor. „Wolf und Heidschnucke können gemeinsam wandern, radfahren, schwimmen und sagen, dass es ihnen schmeckt“, erklärte Hilmer.

Das geht dem CDU-Ratsherrn Ulf Schmidt doch zu weit angesichts der negativen Schlagzeilen vom Wolf: „Ich würde gern Natur sehen.“

Angela Geschonke

Fest steht: Ebstorf hat mehr zu bieten als die Hauptattraktion, das Kloster. Dennoch gingen die Übernachtungszahlen seit 2013 von fast 46 000 auf knapp 40 000 im Jahr 2017 zurück. Ein Minus von fünf Prozent gab es allein im vorigen Jahr. Das sei vor allem ein Problem der gewerblichen Anbieter, betonte Angela Geschonke. Die privaten Vermieter bis zu neun Betten hätten dagegen zugelegt. „In Ebstorf ist ziemlich viel passiert“, berichtete sie. Neue Betriebe im Vier-Sterne-Bereich seien hinzugekommen. Insgesamt gibt es in der Urlaubsregion 25 Vermieter. Ein Zugpferd ist das Missionszentrum in Hanstedt I. Es sorgt allein für 15 000 Übernachtungen im Jahr.

Flaute herrscht dagegen auf dem Campingplatz. Betreiber Roland Witte zählte 2017 insgesamt 7500 Besucher, im Vorjahr waren es noch 9000. „Bedingt durch das Regenwetter sind die Gäste kürzer geblieben oder haben den Urlaub abgebrochen“, erzählte Witte. Dennoch sei die Zahl der Dauercamper sogar auf 25 bis 32 gestiegen (Vorjahr 15 bis 18). Verstärkt spricht der Campingplatz jetzt Gruppen an.

Von Gerhard Sternitzke

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