Der Pinscher stand im Mittelpunkt in Rohrstorf: 80 Hunde und Herrchen trafen sich zur Tagung

Schmuser und Aufpasser

80 Pinscher und ihre Menschen waren zum Treffen auf dem Eichenhof in Rohrstorf gekommen. Die Hunderasse hat eine lange Tradition – der Pinscher wird vor allem wegen seiner Qualitäten als Wachhund und zuverlässiger Begleiter geschätzt.
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80 Pinscher und ihre Menschen waren zum Treffen auf dem Eichenhof in Rohrstorf gekommen. Die Hunderasse hat eine lange Tradition – der Pinscher wird vor allem wegen seiner Qualitäten als Wachhund und zuverlässiger Begleiter geschätzt.

nk Himbergen/Rohrstorf. Vor sieben Jahren stand er noch auf der Roten Liste gefährdeter Haustierrassen: der glatthaarige Pinscher. Er repräsentiert eine sehr alte Rasse, die bereits 1880 im Deutschen Hundestammbuch erwähnt wurde.

Im ländlichen Raum waren die Vierbeiner als Stall- und Kutschenhunde auf bald jedem Hof anzutreffen. Bei den Fuhrleuten spielte der Pinscher eine wichtige Rolle, denn so lange der Pinscher auf dem Fuhrwerk saß, konnte der Kutscher ruhig abwesend sein. Niemand wagte es, Pferd und Wagen anzurühren. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wer einen Deutschen Pinscher im Auto sitzen hat, braucht seinen Wagen nicht abzuschließen.

Aus ganz Deutschland waren jetzt Mitglieder des Pinscher-Schnauzer-Klubs von 1895 zur Züchter-Tagung nach Rohrstorf gekommen. 80 Pinscher und Riesenschnauzer „Pfeffer-Salz“ und ihre Herrchen und Frauchen versammelten sich auf dem Eichenhof. „Seit 23 Jahren veranstalten wir die Züchtertagung für Deckrüden-Besitzer immer an anderen Orten in Deutschland“, sagt der Rassebeauftragte für den Deutschen Pinscher, Martin Weselmann aus Barsinghausen. Bei der jetzigen Tagung ging es speziell um die Vermeidung von Inzuchten. Referenten waren Martin Stuke aus Bonn und Professor Ottmar Distl aus Hannover.

„Pinscher sind ein Kulturgut, und das wollen wir erhalten“, sagt Martin Weselmann. Und da der Pinscher nie ein Modehund gewesen sei, sei er auch gesund. Der Hund ist ein verlässlicher Begleiter, der seine Aufgabe der Bewachung sehr ernst nimmt. „Im Haus ist er durchaus ein Schmusehund, doch draußen eine echte Rakete“, lobt Weselmann die Eigenschaften. Er geht sogar so weit, dass er die Pinscher als „selbstdenkende Hunde“ bezeichnet.

Wie ist der Klub darauf gekommen, zur Tagung nach Rohrstorf einzuladen? Mitglied Roger Barge, der in Himbergen aufgewachsen ist und jetzt in Leipzig seinen Lebensmittelpunkt hat, hatte den Vorschlag unterbreitet. Alle Teilnehmer waren von der Atmosphäre auf dem Hof begeistert. Wer nun glaubt, dass es sich um ein lautes Spektakel gehandelt haben muss, wenn so viele Hunde aufeinandertreffen, der irrt. Pinscher sind ruhig und ausgeglichen. Es sind kleine, robuste, wendige und mutige Hunde, die es sogar mit so cleveren und wehrhaften Überlebenskünstlern wie Ratten aufnehmen. Denn Pinscher mussten sich früher weitestgehend selbst ernähren und das Raubzeug vertilgen. Streunen durften die Stallhunde nicht, stattdessen wurden sie auf die Eigenschaft der Reviertreue selektiert.

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