Ebstorf: MGH-Leiter Wrage rechnet mit Ausschuss ab

Schelte der Politik war „respektlos“

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Das Bauen von Weihnachtsmarktbuden war nur eine Aktivität von vielen weiteren im Ebstorfer Mehrgenerationenhaus. Dem Vorwurf, dort werde zu wenig für das Geld geleistet, ließ dessen Leiter Guido Wrage in der jüngsten Fachausschusssitzung so nicht stehen.

Ebstorf. Die Stimmung war frostig am Dienstagnachmittag im Ebstorfer Ratssaal. Und das lag nicht an den Minustemperaturen draußen vor der Tür.

Vielmehr rechnete der Leiter des Ebstorfer Mehrgenerationenhauses (MGH), Guido Wrage, mit den Mitgliedern des Ausschusses für Familie, Freizeit, Sport und Kultur ab. Denn wie berichtet, hatte die Kommunalpolitik des Klosterfleckens Ende Oktober vergangenen Jahres öffentlich angeprangert, im MGH werde zu wenig für das zur Verfügung gestellte Geld geleistet. Guido Wrage machte der Politik am Dienstag unmissverständlich deutlich, dass sie sich damit einen Bärendienst erwiesen habe.

Für Wrage und das DRK als Betreiber des MGH war die Kritik wie aus heiterem Himmel gekommen. Nie zuvor sei man von der Ebstorfer Politik direkt angesprochen worden, hieß es. Die öffentliche Schelte habe nun nicht nur ihn getroffen, machte Wrage den Ausschussmitgliedern deutlich. Es sei die Chance vertan worden, zu wertschätzen, was die Ehrenamtlichen dort leisten. „Und es war respektlos den Besuchern gegenüber“, sagte der MGH-Leiter. „Mit ihren Reaktionen haben Sie sich selber geschadet“, befand Wrage, „denn Sie haben diejenigen in der Bevölkerung gestützt, die glauben, dass Kommunalpolitik etwas ganz Merkwürdiges ist.“

Zuvor hatte Guido Wrage ausführlich die vielen Aktivitäten Revue passieren lassen, die im vergangenen Jahr die Arbeit im MGH ausgemacht haben. Vom Eltern-Kind-Treff bis zu Seniorenangeboten und von der Flüchtlingsarbeit bis hin zum Kochen für Männer wird dort allerhand geboten. Wrage gestaltet das Programm selbst mit 15-Wochen-Stunden und gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen.

Dass zu den Angeboten nicht immer unbedingt die Massen den Weg in das Haus am Domänenplatz fänden, findet Guido Wrage im Gegensatz zur Kommunalpolitik nicht bedenklich. „Es kommen junge Menschen zu uns, die nicht in irgendwelchen Vereinen aktiv sind“, beschrieb er. Ebstorfs Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf hatte schon während des Eklats in der Oktober-Sitzung betont, dass das MGH sozusagen Präventionsarbeit leiste und dafür sorge, „dass die Jugendlichen hier nicht auf dumme Gedanken kommen“.

Für die harsche Kritik des Ausschusses, der im Oktober noch in anderer Besetzung agierte, entschuldigte sich am Dienstag die neue Vorsitzende Laura Schartner-Zarft (CDU). „Dass das so in der Sitzung geschehen ist, tut mir leid“, betonte sie. Peter Vogt, Geschäftsbereichsleiter beim DRK-Kreisverband, schlug am Ende vor, Gemeinde und DRK mögen im kleinen Kreis zusammenkommen und Ideen entwickeln, um das Konzept im MGH noch attraktiver zu machen.

Von Ines Bräutigam

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