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Samtgemeindeverwaltung äußert sich zur Sanierung des Ebstorfer Rathauses

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Der Eingangsbereich des Ebstorfer Rathauses.
Das Bauamt arbeitet derzeit an einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für eine Sanierung des Ebstorfer Rathauses. Geschätzte Kosten: 6,9 Millionen Euro. © Sternitzke, Gerhard

Verschleppt die Samtgemeindeverwaltung die vor knapp einem Jahr beschlossene Sanierung des Ebstorfer Rathauses? So lautet der Vorwurf des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden im Ebstorfer Fleckenrat Mario Kaeber (AZ berichtete). Samtgemeindebürgermeister Martin Feller widerspricht ihm vehement.

Ebstorf – Wie Ratsmitglieder der CDU und einzelne Abgeordnete von UWG und FBAEE fordern die Sozialdemokraten eine schnelle Umsetzung der notwendigen Investitionen in Elektroanlage, Heizung, Brandschutz und Dach – zunächst ohne Wärmedämmung des Betongebäudes aus dem Jahr 1977. Samtgemeindebürgermeister Martin Feller (Grüne) widerspricht dem Vorwurf energisch – und nennt eine konkrete Zahl: 6,9 Millionen Euro kostet eine Komplettsanierung.

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wird erstellt

„Wir sind dabei, die Planungen abzuarbeiten“, stellt der Verwaltungschef auf AZ-Nachfrage klar. Der Vorwurf sei völlig aus der Luft gegriffen. Im Moment erstellt das Bauamt eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, in der auch Alternativen wie ein Anbau am Hauptstandort in Bad Bevensen untersucht wird. Die Untersuchung sei bei jedem Bauvorhaben verpflichtend, da es ja um Steuergelder gehe. „Das braucht halt seine Zeit“, sagt Feller. Erst wenn es grünes Licht von der Kommunalaufsicht beim Landkreis gebe, könnten weitere Schritte eingeleitet werden.

Ärgerlich ist aus Fellers Sicht, dass die Politik im vorigen Jahr die Planungen der Verwaltung für einen Anbau am Bevenser Rathaus nach zwei Jahren Planung stoppte. Auch nach dem Beschluss für eine Sanierung in Ebstorf seien immer neue Vorschläge auf die Verwaltung eingeprasselt. Die Politik sei immer über den Sachstand informiert worden. „Was rauskommt, ist immer eine politische Entscheidung“, betont der Samtgemeindebürgermeister.

Auftrag für eine Komplettsanierung einschließlich Wärmedämmung

Der Gesamtbetrag von 6,9 Millionen Euro umfasst nicht nur eine neue Elektroinstallation, Brand- und Arbeitsschutz, Heizung und Dachsanierung, sondern auch Sanitäreinrichtungen, Barrierefreiheit, Gebäudeentwässerung und die Dämmung des Betonbaus – denn laut Beschluss steht eine Komplettsanierung an, wie Feller betont. Eine früherer Kostenschätzung – ohne Dämmung – ging von 3,4 Millionen Euro aus. Seitdem sind die Kosten am Bau dramatisch gestiegen. Noch gar nicht berücksichtigt, so Feller, seien die Folgen des Ukraine-Kriegs.

Für die Variante Anbau in Bevensen und Schaffung eines Bürgerbüros mit Ratssaal in Ebstorf liegen noch keine tragfähigen Zahlen vor. Feller favorisiert auch weiter eine Zusammenlegung der Verwaltung an einem Ort.

Von einer abgespeckten Sanierung hält Feller nichts. Man könne die Mitarbeiter nicht mehrmals umquartieren. Das ganze Gebäude müsse entkernt werden. Und die Wärmedämmung sei angesichts steigender Energiepreise unabdingbar. „Auch Altgebäude müssen energetisch saniert werden. Das wegzulassen, wäre ein Schildbürgerstreich“, so Feller.

Den Vorschlag von Bürgermeister Heiko Senking (UWG), mit einem Investor zusammenzuarbeiten, findet Feller interessant. Auch darüber müsse die Politik diskutieren. „Wir wollen schließlich gemeinsam die beste Lösung finden.“

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