Ebstorfer Tourismus und Wirtschaft streiten, wer was über ein Miteinander gesagt hat – oder nicht

Die Sache mit der Zusammenarbeit

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Ob Weihnachtsmarkt oder Wochenmarkt-Jubiläum – die Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bringt sich sehr wohl in Aktivitäten der „Urlaubsregion Ebstorf“ ein, betont der EWG-Vorsitzende Erhard Peters.

Ebstorf. In der jüngsten Versammlung des Vereins „Urlaubsregion Ebstorf“ wurden mit der Bildung eines geschäftsführenden Vorsitzes nicht nur neue Strukturen geschaffen, sondern es wurde auch kräftig gegen die Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) ausgeteilt (AZ berichtete).

Erhard Peters

Deren Vorsitzenden Erhard Peters, der zu Gast in der Versammlung war, hat die Schelte kalt erwischt, wie er gestern auf AZ-Nachfrage einräumt. Denn die Kritik des an jenem Abend scheidenden Vorsitzenden Holger Hilmer, die EWG sei an einer Zusammenarbeit mit der Tourismusorganisation nicht interessiert, kann Peters überhaupt nicht nachvollziehen.

„Ich habe nie gesagt, dass wir nicht mit der ‘Urlaubsregion’ zusammenarbeiten wollen“, stellt der EWG-Vorsitzende klar. Nach der Berichterstattung über besagte Versammlung sei er von vielen Bürgern auf die Schelte angesprochen. Peters hat deshalb auch in einer Rundmail an die EWG-Mitglieder betont, eine Zusammenarbeit mit der „Urlaubsregion Ebstorf“ nie abgelehnt zu haben.

Auch beim Weihnachtsmarkt bringt sich die Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) mit ein. 

Ganz im Gegenteil: „Aus Sicht des Vorstandes ist die Zusammenarbeit beider Organisationen ein elementarer Baustein für touristischen und wirtschaftlichen Erfolg“, sagt Peters. Und das Miteinander finde durchaus statt: So habe sich die EWG beispielsweise an den Veranstaltungen des Wochenmarkt-Jubiläums 2017 ebenso beteiligt wie an den Weihnachtsmärkten 2016 und 2017.

Doch auch Jörg Peter vom Vorstand der „Urlaubsregion Ebstorf“ fand in der Versammlung deutliche Worte der Kritik: Die „Urlaubsregion“ sei eine „kostenlose Marketinggruppe für die EWG“, schimpfte er. Bei Aktivitäten gebe die Wirtschaft „nicht einen Cent dazu“.

Erhard Peters weist all diese Vorwürfe weit von sich und seiner EWG. Die Unruhe kann er sich nur so erklären: „Es gab einmal Gedanken, die Ebstorfer Wirtschafts- und Tourismusvereinigungen zusammenzuschließen. Dazu gab es auch ein gemeinsames Brain-storming“, berichtet der EWG-Vorsitzende. Am Ende sei allerdings der Vorstand der EWG zu dem Schluss gekommen, dass ein formaler Zusammenschluss zu einem Verein keinen Sinn mache. Das habe er, Peters, in einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus auch so bekannt gegeben.

EWG und „Urlaubsregion“ verfolgten zwar die gleichen Interessen, sagt er, hätten aber unterschiedliche Ausgangssituationen. So erhebe die EWG deutlich höhere Mitgliedsbeiträge als die „Urlaubsregion“ – die hätten angeglichen werden müssen. Andererseits setze die „Urlaubsregion“ mit rund 70 000 Euro pro Jahr deutlich mehr um als die EWG mit maximal 17 000 Euro. Peters. „Wir haben daher den Gedanken einer Fusion nicht weiter verfolgt, weil es zu viele Unwägbarkeiten gibt. Aber wir haben nie eine Zusammenarbeit abgelehnt.“

Angela Geschonke, die in der neue Amt der geschäftsführenden Vorsitzenden der „Urlaubsregion Ebstorf“ gewählt worden war, bestätigt, dass der Wunsch eines Zusammenschlusses „ganz, ganz schwierig“ gewesen sei. Auch hätten beide Organisationen in den vergangenen Jahren nicht mehr so zusammengearbeitet wie es einmal der Fall gewesen sei. Allerdings habe es wohl auch die eine oder andere Unstimmigkeit zwischen einzelnen Personen und manches Missverständnis gegeben. So stehe im Protokoll über die besagte Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus, dass Erhard Peters tatsächlich eine „Zusammenarbeit“ abgelehnt habe. Peters wiederum versichert, er habe von einem „Zusammenschluss“ gesprochen.

Beide haben sich gestern ein Stück weit ausgesprochen, sagt Angela Geschonke. „Und wir sind uns einig, dass wir jetzt alles ‘auf Null’ stellen und ausloten, wo unsere Gemeinsamkeiten sind.“

Von Ines Bräutigam

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