Renovierungsarbeiten in der Klosterkirche Ebstorf: Gebäude wird für ein Jahr geschlossen

Frischer Anstrich für altes Gemäuer

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Voraussichtlich im Februar nächsten Jahres schließt die Klosterkirche Ebstorf ihre Türen. Dann werden im Inneren des Gebäudes kleinere Risse ausgefüllt. Außerdem gibt es einen frischen Anstrich für Bänke und Wände.

Ebstorf. Die letzte Renovierung liegt bereits 50 Jahre zurück – jetzt erhält die Klosterkirche Ebstorf erneut eine Frischzellenkur. Voraussichtlich ab Februar 2014 werden dafür Handwerker im Inneren des historischen Gebäudes ihre Arbeit aufnehmen.

Die Türen bleiben dann für circa ein Jahr geschlossen, weder Gottesdienste noch Konzerte werden in der Klosterkirche stattfinden.

Bei der Kirchengemeinde Ebstorf läuft die Umplanung derzeit auf Hochtouren: Wie Susanne Hallwaß, Pastorin der Gemeinden Natendorf, Barum und Ebstorf, sagt, könne die überwiegende Zahl der Gottesdienste im Gemeindehaus und ab Ostern in der Propsteihalle des Klosters Ebstorf stattfinden. Anders sieht es bei größeren Veranstaltungen wie Konfirmationen oder Schulanfängergottesdiensten aus. Dafür komme zum einen die Sporthalle der Mauritius Grundschule in Ebstorf als Ausweichmöglichkeit in Frage, zum anderen wurden bereits Anfragen an die umliegenden Gemeinden gestellt.

Komplett ausfallen werden die Kirchen-Konzerte während dieser Zeit. „Das Publikum hängt sehr an dem Raum“, begründet Wolfgang Hofmann, Kantor der Kirchengemeinde Ebstorf, die Entscheidung. Dabei spiele etwa die Akustik eine Rolle, was die Nutzung anderer Räumlichkeiten ausschließe.

Bereits vor etwa einem halben Jahr wurde die Klosterkirche von einem Statiker unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: „Nichts Dramatisches“, gibt Äbtissin Erika Krüger Entwarnung. Lediglich kleinere Risse im Gewölbe müssten ausgebessert werden. „Und wenn man schon am Arbeiten ist, dann sollte man es auch richtig tun.“ So sollen auch gleich die Wände und Bänke einen neuen Anstrich erhalten, kleinere Ausbesserungen am Altar vorgenommen und die Orgel überprüft werden. Sind die Maßnahmen abgeschlossen, geht es im Nonnenchor weiter. Ebenfalls ein Jahr kalkuliert die Äbtissin für die Fortsetzung der Arbeiten in diesem Bereich. Durch diese Staffelung bleibe immer jeweils ein Kirchenbereich zugänglich.

Mit dem Abschluss des ersten Renovierungsabschnittes im Kirchenschiff rechnet Krüger im Frühjahr 2015 – vorausgesetzt es kämen keine unerwarteten Überraschungen zutage.

Eine wesentliche Maßnahme ist die Schließung der Risse im Gewölbe. Anschließend sollen große Teile des Anstrichs erneuert werden. Ob sich bei der Farbgestaltung etwas ändern wird, dazu kann Äbtissin Erika Krüger derzeit noch nichts sagen: „Die Farb-Diskussion ist noch nicht losgegangen.“ Es sollten ausführliche Beratungen zwischen Vertretern der Kirchengemeinde, des Klosters und Fachleuten geben, denn: „Das ist eine Entscheidung, die sehr lange Wirkung hat.“

Ebenso verhält es sich mit dem Altar. Daran sollen kleinere Ausbesserungsarbeiten stattfinden, „das, was Not tut, um ihn über die nächsten 50 Jahre zu bringen“, so Reinhard Benhöfer, Bauleiter der Klosterkammer Hannover. Um mehr Platz zu schaffen – und auch mit dem Ziel der Barrierefreiheit – werden zudem einige Bänke entfernt. Besonders der Eingangsbereich soll dadurch an Größe gewinnen und künftig mehr Möglichkeiten zur Nutzung bieten.

Unklar ist noch, in welchem Umfang die Orgel in die Renovierung mit einbezogen wird. Reinhard Benhöfer ermittelt derzeit den Kostenumfang der Maßnahmen. „Es gibt noch keine konkreten Zahlen, nur eine grobe Schätzung“. Die Finanzierung trägt zu einem großen Teil die Klosterkammer, Kosten für die Arbeiten am südlichen Seitenschiff übernimmt die Kirchengemeinde Ebstorf.

Von Anna Petersen

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