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Ratsmitglieder fordern Sanierung des Ebstorfer Rathauses

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Das Rathaus in Ebstorf.
Das Ebstorfer Rathaus: Der Samtgemeindeausschuss hat im vergangenen Jahr entschieden, das Haus doch zu sanieren. Passiert ist seitdem wenig © Sternitzke, Gerhard

Ebstorfer Ratsmitglieder fordern jetzt in einem Brief an Samtgemeindebürgermeister Martin Feller, das Rathaus im Klosterflecken kurzfristig zu sanieren, wie im Sommer vorigen Jahres vom Samtgemeindeausschuss beschlossen.

Ebstorf – „Uns als Ratsmitgliedern des Klosterfleckens Ebstorf ist es wichtig, dass wir auch in Zukunft das Rathaus Ebstorf nutzen können – mit Ratssaal, Büros und so weiter“, heißt es in dem vom CDU-Ratsherrn Ulf Schmidt verfassten Schreiben, das nicht nur von seinen vier Fraktionskollegen, sondern auch von Altbürgermeister Uwe Beecken (FBAAE) und UWG-Mann Jens Ziegeler unterschrieben ist. Für die Bürger sei es wichtig, das Bürgerbüro in seiner Größe und mit seinen bisherigen Leistungen ebenso zu erhalten wie den als Trauzimmer gewidmeten Ratssaal.

Nur technisch notwendige Sanierungsmaßnahmen gefordert

Abweichend von dem Beschluss aus dem vorigen Jahr schlägt die Gruppe vor, nur die technisch nötigen Sanierungen an Elektrik, Brandschutz, Fahrstuhl, Dach und Heizung durchzuführen. Hintergrund ist eine erwartete Kostensteigerung für die Arbeiten. Statt früher veranschlagter drei Millionen Euro rechnet Samtgemeindebürgermeister Feller angesichts der Kostenexplosion im Bausektor mit sieben Millionen Euro (AZ berichtete).

Zuletzt hat der Ebstorfer Bürgermeister Heiko Senking (UWG) wieder einen Abriss des Rathauses ins Gespräch gebracht (AZ berichtete). Nach seinen Angaben gibt es einen Investor, der an dessen Stelle ein Gewerbezentrum errichten würde, in dem auch Platz für ein Bürgerbüro der Samtgemeinde wäre.

Das Rathaus, ein Symbol für die Ebstorfer

„Das Rathaus ist ein wichtiges Symbol. Die Bürger wollen dieses Rathaus, das Trauzimmer“, stellt Ulf Schmidt klar. Das eigene Rathaus sei auch im Fusionsvertrag bis mindestens 2026 garantiert. „Es kann nicht sein, dass ein Ort wie Ebstorf, der ein Rathaus hatte, entscheiden muss: Gehen wir in die Scheune oder in die Turnhalle.“

Ursprünglich war vorgesehen, das Ebstorfer Rathaus aufzugeben und am Hauptverwaltungssitz in Bad Bevensen einen Anbau zu schaffen, um die bislang in Ebstorf ansässige Kämmerei unterzubringen. Gerade der rapide Anstieg der Baukosten ist aus Schmidts Sicht ein starkes Argument für eine Sanierung und gegen einen Verwaltungsanbau in Bad Bevensen. „Wir können nicht zwei Häuser bauen“, ist der CDU-Ratsherr überzeugt. „Eine Sanierung ist im Moment wesentlich günstiger.“ Und ein Investor wolle am Ende auch Geld verdienen.

Wichtig sei, dass die Mitarbeiter, die zum Teil im Raum Ebstorf wohnen, endlich Sicherheit bekommen und dass ihr Arbeitsplatz den Anforderungen entspreche. In Zeiten von Homeoffice sei es auch nicht zwingend notwendig, dass alle Mitarbeiter der Verwaltung am selben Standort arbeiten.

Eigentümer des Rathauses ist die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf, wie die sieben Ratsleute betonen. „Auch wie die Samtgemeinde die Räumlichkeiten mit welchem Personal nutzt, obliegt allein der Samtgemeinde“, heißt es in dem Brief.

Beheizt werden solle das Rathaus mit Fernwärme aus einer Biogasanlage, die durch den Umbau des Waldemar-Freibadbereichs freiwird. Das Dach soll aus Sicht der Ratsmitglieder mit der Möglichkeit der Installation von Photovoltaikanlagen saniert werden. Fast ein Jahr sei die Samtgemeinde beim Rathaus nicht weitergekommen, betont Ratsherr Schmidt. „Ich möchte, dass es endlich eine Entscheidung gibt.“

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