Ebstorf: Birgit Bläsner-Fabianke hat ungewöhnliches Hobby

Puppen, die wie echte Babys wirken

Täuschend echt wirken die Gesichter...
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Täuschend echt wirken die Gesichter der aufwändig gearbeiteten Reborn-Puppen.

Ebstorf. Die Liebe zu Puppen hat Birgit Bläsner-Fabianke nie verlassen. Nachdem die Zeit des Spielens zu Ende ging, begann ihre Sammelleidenschaft. Doch schnell gesellten sich zu den schönsten ihrer eigenen Puppen beeindruckende Künstlerpuppen.

Käthe-Kruse-Modelle berührten sie besonders und so erstand sie ihre erste wertvolle Sammelpuppe, die heute einen Platz in der Vitrine hat. Verschiedene Puppen-Manufakturen standen zeitweise im Mittelpunkt ihres Interesses, bis die Ebstorferin feststellte, dass ihre Liebe doch den Babymodellen gehörte.

Birgit Bläsner-Fabianke aus Ebstorf ist leidenschaftliche „Puppenmutter“ und fertigt in sorgfältiger Detailarbeit Reborn-Babypuppen an.

Diese lebensechten Puppenversionen, genannt „Reborn“ (wiedergeboren), stammen überwiegend aus den USA. „Kann ich die vielleicht auch selbst herstellen?“ – diese Frage entwickelte sich spontan und dank moderner Medien war auch die Umsetzung kein Problem. Birgit Bläsner-Fabianke machte sich auf die Suche nach Herstellern, die Rohlinge produzieren, und ist längst diesem außergewöhnlichen Hobby verfallen.

So liegen bei ihr zu Hause unzählige Bausätze aus Vinyl, die aus einem Kopf, Armen, Beinen und einem Weichkörper aus Stoff bestehen. Mit Acrylfarben speziell für die Vinyl-Bemalung kreiert sie mit verschiedenen Pinseln und Schwämmchen in mehreren Schichten lebensechte Hautfarben, aus denen sich Hautfältchen, Fingernägel und Wangen realitätsnah abheben. In stundenlanger, konzentrierter und liebevoller Arbeit entsteht dieser einzigartige Ausdruck der einzelnen Teile.

Den Stoffkörper füllt die Puppenliebhaberin mit Granulat, das in etwa einem lebensnahen Gewicht angepasst wird. Die Haare – sofern bei vielen ihrer Babys vorhanden – werden aus Mohair mit einer speziellen Nadel in den Kopf gerootet (gestochen) und von innen fixiert. „Mohair sieht echten Haaren sehr ähnlich“, weiß die „Puppenmutter“. Die Frisur passt sie dem jeweiligen Gesichtchen an.

Alle Details wirken lebensecht.

„Meine Puppen sind alles Unikate. Selbst wenn es den Rohling öfter gibt, durch die Bemalung wird er immer einzigartig.“ Überhaupt verwendet die Ebstorferin nur hochwertige Materialien, so auch mundgeblasene Glasaugen. Die Augenbrauen sind gemalt und die Wimpern aus Echthaar oder aus Mohair und ebenfalls einzeln gerootet. „Bei geöffneten Augen kann ich Wimpernbögen auch schon mal im Ganzen einkleben“, erläutert sie.

Etwa vier Wochen arbeitet sie an einem Baby, bis sie mit ihrem Werk zufrieden ist. Auf ihrer Internet-Seite können die Kunstobjekte bestaunt werden. Denn die mit viel Liebe gestalteten Reborn-Babys sind Sammelkunst und nicht für spielende Kinderhände gedacht. So zeigt Birgit Bläsner-Fabianke ihre Kuschelbabys auch am 3. Oktober auf dem Hobby-Kunsthandwerkermarkt in Wittingen oder regelmäßig in der Ilmenauhalle in Bienenbüttel.

Ihre Reborn-Babys tragen selbstverständlich Original-Babykleidung. „Inklusive Body und Windel“, zeigt sie stolz. „Meistens passt Größe 50, für ganz kleine habe ich auch schon Größe 44 gekauft.“ Auch die Schnuller sind echt, werden als Steckschnuller oder mittels Magnet befestigt – aber ohne ist das zarte, niedliche Gesicht viel besser zu sehen.

Von Monika Buhr

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