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Psychiatrische Klinik Lüneburg verkauft Pflegeheim - Genossenschaft investiert

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Haus Westerholz bei Ebstorf
Bewohner und Beschäftigte von Haus Westerholz bei Ebstorf sollen bleiben, wenn die Einrichtung von der Psychiatrischen Klinik Lüneburg an die Pflegehaus e.G. aus Horneburg übergeht. © Privat

Die Psychiatrische Klinik Lüneburg verkauft nun das Haus Westerholz. Ein Käufer ist mit der Pflegehaus e.G. aus Horneburg bereits gefunden, sodass das Pflegeheim bestehen bleibt.

Ebstorf – Verkauf, dieses Wort sorgte jetzt für einen kurzen Moment der Verunsicherung im Haus Westerholz. Nachdem die Psychiatrische Klinik Lüneburg den ursprünglich geplanten Umzug des Pflegeheims für seelisch Kranke abgeblasen hat, weil der Neubau in Lüneburg inzwischen längst mit anderen Abteilungen belegt ist, gibt es nun eine neue Wendung für die Einrichtung in einem Waldstück im Süden von Ebstorf: Die Klinik will sich von dem Betriebsteil trennen. Käufer und Investor für einen Neubau ist die Pflegehaus e.G. aus Horneburg, wie die Klinik auf AZ-Nachfrage bestätigt.

„Wir müssen Baumaßnahmen durchführen, haben aber nicht die wirtschaftlichen Möglichkeiten zu investieren“, sagt Geschäftsführer Jan-Hendrik Kramer. Und er ergänzt: „Eine Millioneninvestition wäre notwendig, auch um die Aufenthaltsqualität für die 80 Bewohner auf den aktuellen Stand zu bringen.“ Ein Pflegeheim sei zudem nicht die Hauptaufgabe einer Klinik.

„Die Mitarbeiter sind informiert“, berichtet Kramer. „Ziel ist: Es wird am Standort Ebstorf investiert, und er bleibt erhalten. Da war auch größtenteils die Erleichterung zu spüren.“ Viele Bewohner seien froh, in ihrem Leben nicht noch einmal umziehen zu müssen. Auch die meisten Mitarbeiter leben im Uelzener Kreisgebiet.

Mit der Pflegehaus e.G. – das steht für eingetragene Genossenschaft, also einer gemeinnützigen Einrichtung – habe man einen guten Partner gefunden, betont der Geschäftsführer: „Die machen Pflege, wie man sie machen sollte.“ Die Zahl der Bewohner soll sogar von 80 aus 110 wachsen. Und auch für die Beschäftigten werde der Wechsel keine Verschlechterung bringen. „Der neue Partner wird alles daran setzen, den Mitarbeitern ein attraktives Angebot zu machen“, ist Kramer überzeugt.

Zunächst werde die Genossenschaft, die in Horneburg bei Stade ansässig ist, die Immobilie im Wald übernehmen. Über den Kaufpreis macht Kramer keine Angaben. Spätestens 2025 soll dann die komplette Einrichtung an den neuen Eigentümer wechseln.

Es sei aber auch für die Zeit danach eine intensive Zusammenarbeit vereinbart, ob bei der ärztlichen Betreuung der Bewohner oder der Pflegeausbildung. „Für uns als Klinik ist es wichtig, dass es Heime gibt wie das Haus Westerholz“, betont Jan-Hendrik Kramer. Und das solle deutlich gewinnen.

Auf dem Gelände will die Pflegehaus e.G. einen sogenannten Rundling – einen runden Neubau mit zwei Geschossen und Staffelgeschoss – errichten. Das denkmalgeschützte Haupthaus wird dann zur Begegnungsstätte.

Die Wohnbedingungen werden sich enorm verbessern, kündigt Kramer bereits jetzt an. Die langen Gänge mit Zimmertüren sollen dann Geschichte sein. Stattdessen leben die Bewohner in familien-ähnlichen Wohnbereichen mit eigener Küche, und zwar jeder in einem eigenen, größeren Zimmer samt Nasszelle. Ebenfalls rund ist der geplante Innenhof.

Von den Plänen zeigt sich Jan-Hendrik Kramer sehr angetan: „Das wird ein Hingucker. Wenn das Haus Westerholz jetzt eine Jugendherberge wäre, würden wir ein gutes Hotelniveau bekommen.“

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