Viele halten sich nicht an das Verbot

Polizei kontrolliert bei Jelmstorf Fahrzeuge auf der gesperrten B4: „Mein Navi hat das gesagt“

25 Euro kostet die Missachtung des Durchfahrtsverbots auf der B 4 bei Jelmstorf. Rald Czeplenski (links) und Ulrich Schaate (rechts) kontrollieren gestern eine Stunde lang die Fahrzeuge auf dem gesperrten Stück.
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25 Euro kostet die Missachtung des Durchfahrtsverbots auf der B 4 bei Jelmstorf. Rald Czeplenski (links) und Ulrich Schaate (rechts) kontrollieren gestern eine Stunde lang die Fahrzeuge auf dem gesperrten Stück.

Jelmstorf – Kurz vor Jelmstorf ist die Fahrt zu Ende. Ein Polizist stoppt den schwarzen Polo aus dem Landkreis Verden auf freier Strecke. Ganz frei ist sie nicht.

Die Ortsdurchfahrt Jelmstorf ist wegen Straßenbauarbeiten gesperrt (AZ berichtete), die B 4 ab Bienenbüttel-Nord für den Durchfahrtsverkehr gesperrt.

Doch viele Autofahrer halten sich nicht an das Verbot. Zwei Beamte der Bevenser Wache kontrollieren deshalb gestern Vormittag den Verkehr. Die Bilanz: Sieben kostenpflichtige Verwarnungen, zwei Ermahnungen.

Anwohnerin Karin Lehmann: „Es ist die Hölle.“

„Mein Navi hat mir das gesagt“, verteidigt sich die junge Frau am Steuer. Bereits in Melbeck ist die Umleitung über Ebstorf ausgeschildert. Spätestens die Absperrung mit Durchfahrt-Verboten- und Sackgassen-Schild in Bienenbüttel-Nord sind unmissverständlich. „Sie haben alle Schilder und Hinweise ignoriert“, sagt Polizeioberkommissar Ulrich Schaate (52). Die Verwarnung kostet 25 Euro, bei grobem Vorsatz auch das Doppelte, zahlbar per EC-Karte. Alternativ gibt es einen Bußgeldbescheid aus der Kreisverwaltung.

Roswitha Malzigus: „Am schlimmsten ist es nachts.“

„Das ist sehr gut, dass Sie das machen“, lobt die Jelmstorferin Roswitha Malzigus. „Sie berichtet von Lkws und Wohnmobilen, die nachts in den Anliegerstraßen wenden. „Am schlimmsten ist es nachts“, erzählt die 79-Jährige. „Zehn Lkw mussten innerhalb einer Stunde drehen“, berichtet B 4-Anwohnerin Marianne Oetzmann. Auch ein Mauerpfosten sei umgefahren worden. „Es ist die Hölle“, pflichtet ihr Karin Lehmann (68) bei. Auch Motorradfahrer Martin Flügge, der seine Mutter in Jelmstorf besucht, freut sich über die Kontrolle: „Ich begrüße das hier.“

Der Fahrer eines schwarzen Ford-Kombis dreht in Sichtweite der Polizisten und gibt Gas. Alle zwei bis drei Minuten taucht ein Auto auf der gespenstisch leeren Asphaltpiste in Richtung Jelmstorf auf. „Es spielen sich Dramen ab“, berichtet Polizeioberkommissar Ralf Czeplenski. „Die Leute fahren erst mal rein und versuchen durchzukommen. Aber es gibt keinen Weg“, stellt der 55-Jährige klar. Anwohner berichten von dreisten Autofahrern, die am Wochenende Absperrungen wegräumen, um durch die Baustelle zu kommen. Andere irren durch die Waldwege der Feriensiedlung.

Das größte Problem sind jedoch – wie bei der jungen Frau aus dem Kreis Verden – die Navigationsgeräte. „Die Leute fahren nach dem Navi und sind überfordert“, erzählt Schaate. In zwei Fällen belassen es die Beamten bei Verwarnungen, so im Fall eines älteren Herrn aus Schweden, der weder Deutsch noch Englisch versteht. Allen Angehaltenen empfehlen Czeplenski und Schaate, in Bienenbüttel den Weg über Wichmannsburg, Bruchtorf und Bad Bevensen zu nehmen. „Schöne Fahrt noch und einen guten Aufenthalt!“ VON GERHARD STERNITZKE

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