Ebstorfer Bauausschuss entscheidet sich mit Bauchschmerzen für Stelenleuchten auf Domänenplatz

Politikern geht ein Licht auf

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Die Stelenleuchte Modulum soll zukünftig die Parkfläche auf dem Domänenplatz aufhellen. Lichtplaner Achim von Brauchitsch präsentierte dieses Bildbeispiel, um zu demonstrieren, dass die schlichten Lampen sich gut in ein historisches Umfeld einpassen.

Ebstorf. Das Jahr 880 gilt als erste Nennung Ebstorfs, vielleicht ist der Flecken sogar noch etwas älter, wie Ortsbürgermeister Uwe Beecken vermutet.

Gegen solche zeitlichen Dimensionen scheint es zu vernachlässigen, dass sich die Umgestaltung des Domänenplatzes im historischen Zentrum um ein Jahr auf 2015 verschoben hat. Zu viele Gestaltungsentscheidungen waren zu treffen. Natur- oder Betonsteinpflaster? Bäume oder nicht? Und nun die Beleuchtung. Am Mittwochabend ging den Mitgliedern des Bauausschusses ein Licht auf.

Lichtplaner Achim von Brauchitsch war zum zweiten Mal angereist, weil sich die Kommunalpolitiker nicht auf Anhieb für die von ihm vorgeschlagenen Lichtstelen entscheiden konnten, die er an den vier Ecken des Parkplatzes aufstellen will. Auch am Mittwoch taten sich die Ausschussmitglieder mit der Entscheidung für diese unkonventionelle, eher moderne Lösung schwer.

Dieter Gade (FBE) hätte die schwierige Entscheidung gern ein weiteres Mal verschoben. Doch das war nicht möglich, weil sich die Ausschreibung der Bauarbeiten erneut verschoben hätte, wie der stellvertretende Bauamtsleiter Thorsten Brinck betonte. „Die Stelen sind gewöhnungsbedürftig“, meinte Holger Alvermann (CDU). Sein Favorit sind die Nexo-Lampen, die bereits auf dem Klostervorplatz stehen.

Doch so einfach ist es nicht, machte Lichtplaner von Brauchitsch deutlich. Er hatte auf Wunsch des Ausschusses die Wirkung anderer Leuchtenmodelle einbezogen. Bei der Vorstellung von Luxzahlen, Abstrahlwinkeln und Beleuchtungssimulationen klingelten den Ausschussmitgliedern die Ohren, doch die Botschaft war deutlich: Wenn die klassisch designten Lampen vom Klostervorplatz aufgestellt würden, bräuchte man neun Leuchten. „Dann ist von einem Spareffekt nicht mehr die Rede“, so von Brauchitsch. Nur mit den vorgestellten Stelenleuchten lasse sich die Parkfläche auf dem Domänenplatz ausleuchten.

Der Vorteil der Lichtstelen vom Typ Modulum: Sie besitzen zwei unabhängig voneinander verstellbare Beleuchtungskörper und werden wegen ihrer schlichten Form auch vor historischen Gebäuden eingesetzt, wie der Lichtplaner anhand von Bildbeispielen demonstrierte: „Das wird als gelungen angesehen, weil die Leuchte sehr zurückhaltend auftritt.“

Am Ende rangen sich die Ausschussmitglieder bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung für die ungewohnten Leuchten durch. „Das muss dem historischen Platz gerecht werden“, meinte Tekin Aras (SPD). An den Fußwegen werden konventionelle Straßenlaternen aufgestellt.

Von Gerhard Sternitzke

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