Platz Zwei für Treppenspeicher

Michael Heinrich Schormann und Dirk Köhler (von rechts) gratulierten Hofinhabern Maria Krewert und Bernhard Lütkehaus zur Auszeichnung ihres historischen Treppenspeichers.

Wettenbostel - Von Wiebke Brütt. Pony Turnado konnte dem Wirbel auf Maria Krewerts Hof in Wettenbostel gestern nur wenig abgewinnen – lediglich einen müden Blick hatte der Vierbeiner für das Holz-Haus in seinem Rücken übrig. Doch genau dieser „graue Kasten“ war der Grund für die Aufregung der restlichen Hofbewohner. Denn Vertreter der Niedersächsischen Sparkassenstiftung hatten sich angesagt, um Maria Krewert für ihren Treppenspeicher den Preis für Denkmalpflege zu verleihen.

„Ihr Treppenspeicher ist ein Denkmal, dessen Erhalt Ihnen keinen wirtschaftlichen Nutzen bringt. Da können Sie noch nicht einmal eine Ferienwohnung einrichten – na gut, vielleicht für eine Katze“, sagte Michael Heinrich Schormann, stellvertretender Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, mit einem Augenzwinkern. „Dass Sie dennoch finanziell in das Gebäude investieren, ist Ausdruck für höchstes bürgerliches Engagement. Darum haben Sie den Preis mehr als verdient.“

Vor sieben Jahren kaufte Maria Krewert die ein Hekta große Hofanlage samt Treppenspeicher im beschaulichen Örtchen Wettenbostel. Seitdem haben sie und ihr Partner Bernhard Lütkehaus viel Zeit und Geld in das Anwesen investiert. „Mindestens ein Tag am Wochenende ist bei uns Hoftag“, berichtet Lütkehaus. Dem Treppenspeicher haben sie gerade in diesem Jahr eine Frischekur verpasst. „Wir mussten uns entscheiden, entweder er verfällt jetzt oder wir stecken nochmal Geld in ihn hinein“, erklärt Maria Krewert. Die beiden entschieden sich für Letzteres.

In Acht Wochen wurden abgesackte Feldsteine am Fuß des Speichers positioniert, das Dach erneuert. „Das ist ausgesprochen gut gemacht worden. Man sieht dem Speicher nicht an, dass er ein neues Dach bekommen hat“, erläuterte Schormann einen Grund für die Auszeichnung des Denkmals. Im Sommer hatte er sich gemeinsam mit anderen Experten den Wettenbosteler Treppenspeicher und andere Bewerber angesehen und das Eichholz-Haus zum Preisträger erkoren. „Treppenspeicher waren früher absolut typisch für die Lüneburger Heide. Die Kommunen haben heute leider selten Geld für deren Restaurierung“, erklärt Schormann. „Wenn es Privatleute gibt, die diese Bauten erstehen und nach den Richtlinien der Denkmalpflege für die Nachwelt erhalten, sollte das unterstützt werden.“ Auch Dirk Köhler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lüchow-Dannenberg gratulierte: „Ihr Engagement ist bewundernswert.“

Alle zwei Jahre lobt die Stiftung den Preis für Denkmalpflege aus. Dieses Mal waren 49 Denkmale im Dennen – 20 wurden letztlich ausgezeichnet, sieben erhielten eine Belobigung.

Der Wettenbosteler Treppenspeicher belegt hinter der Kapelle Gut Schnellenberg den zweiten Platz im Bezirk Lüneburg. Für Eigentümerin Maria Krewert bedeutet der Preis einen kleinen Geldsegen über 3500 Euro.

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