Ebstorfer Domäne: Umgestaltungspläne treffen auf geteiltes Echo im Klosterflecken

Ein Platz, viele Meinungen

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Schlaglöcher und Risse: Der Domänenplatz in Ebstorf ist derzeit weder funktional noch lädt er zum Verweilen ein.

Ebstorf. Risse im Asphalt und zentimetertiefe Löcher – der Domänenplatz im Herzen des historischen Zentrums ist seit Jahren ein Sorgenkind von Politik und Einwohnern. Das soll sich nun durch die Umgestaltung im Rahmen des Sanierungsgebiets Klosterquartier ändern.

Denn nach dem Klostervorplatz, der bereits vergangenes Jahr eingeweiht wurde, soll nun auch der Domänenplatz ein neues Gesicht erhalten – ein Thema, das kontrovers diskutiert wird, denn die Architektenentwürfe mit breit gepflasterten Gehbändern, Alleen am Rand des Domänenplatzes sowie einzelnen Bäumen auf der in Natursteinoptik ausgestalteten Parkfläche mit neu geordneter Verkehrsführung gefallen nicht jedem. So schlug beispielsweise Äbtissin Erika Krüger während der vergangenen Bauausschusssitzung, in der die aktuellen Architektenpläne vorgestellt wurden, kritische Töne an: „Wir brauchen hier auf dem Land nicht so eine fürchterliche Ordnung, wie in der Stadt. Wir haben hier doch gar nicht die Besucherströme, die kanalisiert werden müssen“, betonte die Leiterin des evangelischen Klosters. Nahezu täglich sind sie und die anderen Bewohner des Ebstorfer Klosters mit den Ergebnissen der ersten großen Umgestaltungsmaßnahme im Sanierungsgebiet Klosterquartier konfrontiert: Der Klostervorplatz grenzt direkt an Klosterkirche und Kloster – und begeistert sind Erika Krüger und die anderen Damen nicht. „Ich hatte die Pläne im Vorfeld gesehen und fand sie schon. Aber jetzt finde ich, der Platz sieht kahl aus“, sagt die Äbtissin. Erhard Peters, Vorsitzender der Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), begleitet die Entwicklungen im historischen Ortskern weniger emotional. Er bilanziert: „Für mich wird der Domänenplatz überbewertet. Ich sehe zwar die historische Bedeutung des Platzes als Teil eines Ensembles – aber im Grunde ist es ein Parkplatz.“ Seiner Meinung nach sollte der Platz angelehnt an Aufnahmen aus der Geschichte des Ortes, „ohne Büschel und Bäume“ in Sandplatzcharakter gestaltet werden. Der umgestaltete Klostervorplatz gefällt dem EWG-Chef grundsätzlich gut – einzig Lebendigkeit fehle ihm dort derzeit noch. „Ich würde mir wünschen, dass dort noch mehr Veranstaltungen stattfinden. Der Platz ist ja extra als Bühne angelegt worden – Ambiente und Akustik würden sich für Konzerte und andere Veranstaltungen anbieten“, sagt Peters. Und noch eines würde er sich aus Sicht des Handels wünschen: eine bessere Ausschilderung des Ortskerns. „Für uns Gewerbetreibende liegt der Domänenplatz eher etwas abseits. Die Gäste des Klosters besuchen das Kloster und fahren dann wieder – die Geschäfte haben davon wenig. Wir brauchen eine bessere Beschilderung.“

Von Wiebke Brütt und Anna Petersen

 

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