Wriedeler Kita Spatzennest platzt aus allen Nähten / Krippenbau am Wunschplatz nicht möglich

Platz für die Kleinsten

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Der Kindergarten Spatzennest ist am Limit, Eltern müssen sich in eine Warteliste eintragen. Die Gemeinde will deshalb eine Krippe für zwei bis drei Gruppen bauen. 

Wriedel. „Spatzennest“, der Name des Wriedeler Kindergartens steht für Geborgenheit, aber auch für das quirlige Treiben der betreuten Kinder. Doch mit den Jahren ist es eng geworden in dem Nest.

Insgesamt vier Gruppen zählt der DRK-Kindergarten, und damit sind die räumlichen Möglichkeiten des vorhandenen Gebäudes ausgeschöpft. Die Gemeinde plant deshalb den Bau einer Krippe. Dabei gibt es allerdings Hindernisse.

Dr. Heiko Russmann

„Der Kindergarten platzt aus allen Nähten. Durch die geplante Beitragsfreiheit werden wir an unsere Grenzen kommen“, sagt Dr. Heiko Russmann (CDU), Vorsitzender des zuständigen Ausschusses für kommunale Entwicklung und öffentliche Einrichtungen. Die Gemeinde führt nach seinen Angaben eine Warteliste für neue Kinder. Eltern müssen sich ein bis zwei Monate bis zur Aufnahme ihrer Sprösslinge gedulden.

Am Limit sei die Einrichtung auch deshalb, weil unter Dreijährige in gemischten Gruppen mit Älteren betreut würden. Denn in diesen sogenannten Familiengruppen wird ein Krippenkind auf zwei normale Plätze angerechnet. Außerdem steigt nach Zahlen aus der Verwaltung die Nachfrage nach der Mittagsbetreuung bis 13 Uhr (über 25 Kinder) und der Ganztagsbetreuung bis 15 Uhr (über 15 Kinder). Eine im Sommer eingerichtete Kleingruppe sorgte nur vorübergehend für Entspannung.

Ein neuer Ansturm wird zum nächsten Kindergartenjahr im August erwartet. Bis zu 30 Kindern unter drei Jahren stehen dann lediglich 19 gegenüber, die in die Grundschule wechseln. Erweiterungsmöglichkeiten gibt es kaum. Das Grundstück ist zu klein. Deshalb hat der Ausschuss im November empfohlen, eine Krippe mit zwei bis drei Gruppenräumen zu errichten. „Die Gruppen können dann vergrößert werden, und die Kleinen können dann besser betreut werden“, erklärt Russmann. Der Neubau soll bis Anfang 2019 stehen.

In den Blick genommen wurde deshalb ein angrenzendes Grundstück der Grundschule – doch dafür gibt es nach einer Voranfrage keine Genehmigung. „Der Neubau wäre auch auf gemeindlichen Grundstücken möglich“, sagt Russmann, „aber die sind abgelegen.“ Für den Betrieb der beiden Einrichtungen wäre das nicht förderlich. Das Land fördert Neubauten mit 12 000 Euro pro neu geschaffenem Betreuungsplatz, das entspricht einer Förderung von bis zu 85 000 Euro.

Das DRK hat der Gemeinde angeboten, die Krippe vorzufinanzieren, zu errichten und nach zehn Jahren an die Gemeinde zu übergeben. Ein Vorschlag, der Russmann entgegenkommt, denn der Verband habe Erfahrung mit solchen Projekten und sei flexibler.

Von Gerhard Sternitzke

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