Urlaubsregion bietet geführte Wanderung über 16 Kilometer nach Medingen an

Auf dem Pilgerweg in Ebstorf

Christoph Erdt (links) nahm die Gruppe mit auf die Wanderung. Spannende Geschichten ranken sich um den riesigen Felsen in der Grevenriede, von dem nur der obere Teil aus der Erde ragt. 

Ebstorf. Die Via Scandinavica ist einer der Jakobswege, die die skandinavischen Länder mit dem Süden Deutschlands verbindet und Ebstorf streift. Jetzt hatte die Urlaubsregion zur Begehung des Weges geladen.

Wanderführer Christoph Erdt stand an der Tourist-Info am Winkelplatz bereit und begrüßte Heike und Svenja aus Hamburg, Sigrun aus Altenmedingen und Heide aus Gehrden, denn Sportsfreunde duzen sich.

„Wir schenken uns gegenseitig Zeit und haben schon die kuriosesten Unternehmungen erlebt. Heute wollen wir mal das Pilgern ausprobieren“, erzählt Heike. „Wir hoffen auf schöne Landschaft und lassen uns ansonsten überraschen,“ ergänzt Svenja. Heide reist nach Bad Bevensen, wenn sie eine Auszeit vom Zuhause braucht. Den Auferstehungsweg hat sie allein erkundet, jetzt möchte sie das Gruppenpilgern erfahren.

16 Kilometer lang ist die Strecke bis zum Kloster Medingen, sie verläuft gegen die Pilgerrichtung. So sind auch alle Schilder und die typisch gelben Markierungen oft nur zu finden, wenn man sich umdreht, erklärt Christoph Erdt.

Die typischen Muscheln zur Markierung sind im Ort gut zu sehen. Einige Tafeln des Schöpfungsweges werden auch gestreift und laden zum Innehalten ein. Schon in der Tannenworth kommt eine andere Wandergruppe entgegen, die die ortsnahe grüne Umgebung erkundet. Der Weg ist auch nach dem heftigen Regen des Vortages gut zu gehen.

„Das erste schwierige Stück führt zum sagenumwobenen Felsen in der Grevenriede“, steigert Christoph die Spannung. Dort sei ein Schloss versunken, weil der Ritter einer Mutter mit Kind den Zutritt verwehrt habe. „Dieser letzte Stein hat auch einen Ausgrabeversuch und die Sprengung der Engländer während der Besatzungszeit überstanden.“

Auf einer Lichtung wird dem Rauschen des Waldes nachgespürt. „Wir hören die Stille“, sagt Sigrun und genießt ergriffen. Überhaupt wandern die Pilger still und nutzen die Ruhe zum Einswerden mit der Natur. Der Alltag wird abgestreift, vergessen. Jeder Schritt und die Umgebung werden gespürt.

Freundliche Begegnungen mit einem Pilger aus der Nordheide auf dem Weg von Bad Bevensen nach Suderburg und mit einer Dame aus Göttingen, die das Teilstück Lüneburg-Rote Schleuse-Ebstorf abläuft, bestätigen, dass das Pilgern und auch das Wandern „in“ sind. Nebenbei eröffnen sich Ausblicke in die erstaunlich hügelige Umgebung, die den Blick bis ins Uelzener Becken oder zum Fernsehturm nach Zernien freigeben. Es ist eine beeindruckende Erfahrung, die die Teilnehmer der Tour nicht missen möchten.

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