Warnung vor dem „Tag X“

Pastor im Ruhestand Wilfried Manneke engagiert sich gegen Rechts

In der Gemeinde Wriedel wurde bei einem Polizeieinsatz das Grundstück eines mutmaßlichen Rechtsextremisten durchsucht. Foto: michalzik
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In der Gemeinde Wriedel wurde bei einem Polizeieinsatz das Grundstück eines mutmaßlichen Rechtsextremisten durchsucht.

Wriedel/Landkreis – „Es ist kein Zufall, dass Leute wie der Verdächtige aus Wriedel sich in der Lüneburger Heide niederlassen. Zusammen mit dem Harz ist die Region einer der Schwerpunkte rechtsextremer Umtriebe in Deutschland“, sagt Wilfried Manneke.

Der Pastor im Ruhestand engagiert sich mit einer Vielzahl von Mitstreitern seit vielen Jahren gegen Rechtsextremismus. Er hat auch den bundesweiten Polizeieinsatz wegen des Verdachts der Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung genau beobachtet, bei dem unter anderem ein 39 Jahre alter Mann in der Gemeinde Wriedel festgenommen worden war (AZ berichtete): „Ob Neonazi oder ‘völkischer Siedler’ – die Bezeichnung spielt im Grunde keine Rolle, die Gesinnung ist gleich.“ Gerade die dünn besiedelten Heideregionen seien ideale Schlupfwinkel, betont Manneke. Außer klassischen Rechtsextremen, die unter anderem in Celle, Munster und Schneverdingen mit „Kameradschaften“ vertreten seien, treten nach Einschätzung Mannekes verstärkt „völkische Siedler“ in den Landkreisen Lüneburg und Uelzen auf und kaufen Höfe: „Die wirken auf den ersten Blick wie Umweltschützer. Aber sie sind braun.“

Nachdem aus Ermittlerkreisen von einem größeren, möglicherweise waffenfähigen Chemikalienfund auf dem Grundstück des festgenommenen Wriedelers zu erfahren war, warnt Wilfried Manneke vor einer weiteren Gefahr: „Rechtsextreme Kreise bereiten sich auf einen ‘Tag X’ vor. In ganz Deutschland werden deshalb Waffen und Munition versteckt.“ Die Idee, so Manneke: „Diese rechten Netzwerke warten auf einen Tag, an dem Deutschland aus den Fugen gerät, sei es durch eine Naturkatastrophe, einen Terroranschlag oder Ähnliches. Angeblich wollen sie dann zuschlagen. Das würde auch zu der jetzt ausgehobenen Gruppe passen.“ mm

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