Landwirt beantragt Erweiterung seiner Ferkelaufzucht / Kontroverse Diskussion im Rat

Noch mehr Schwein für Melzingen?

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Der Antrag liegt zur Bearbeitung beim Landkreis Uelzen: Ein Melzinger Landwirt möchte seine Ferkelaufzucht

Melzingen. Hoch her ging es bei der Sitzung des Rates der Gemeinde Schwienau. Stein des Anstoßes: Ein Landwirt aus Melzingen will seine Ferkelaufzuchtanlage um einen Stall für 4000 Mastschweine erweitern. Ein entsprechender Antrag liegt bereits beim Landkreis.

Die Gemeinde Melzingen war nun aufgefordert, zu dem Bauvorhaben Stellung zu beziehen.

Bereits im Vorfeld hatte sich Melzingens Verwaltungsausschuss (VA) zusammengesetzt und eine vorläufige Stellungnahme verfasst. Insgesamt 15 Punkte sprechen aus Sicht des VA gegen den Bau der Anlage mit knapp 4000 Mastschweinen in Melzingen, die Auf dem Süstedter Berge entstehen soll. So gebe es in Melzingen bereits Gebiete, in denen die festgelegten Umweltqualitätsnormen überschritten würden. Der Vorschlag der Gemeinde: Die beiden Ställe in der Dorfmitte mit circa 700 Mastplätzen stilllegen, um so eine erhebliche Reduzierung der Feinstaub- und Geruchsemissionen zu erreichen.

Erhebliche Bedenken bestehen von Seiten der Gemeinde auch bezüglich des Arboretums Melzingen. Dieses liegt in einem Abstand von 380 Metern zu der geplanten Anlage. Müller: „Das Arboretum beherbergt 800 zum Teil seltene und geschützte Pflanzen. Das dort betriebene Gartencafé müsste durch die Immissionsbelästigung wahrscheinlich seinen Betrieb einstellen und die einzige nennenswerte Einnahmequelle würde der Stiftung Arboretum entzogen werden. Eine wirtschaftliche Nutzung ist wahrscheinlich nicht mehr möglich.“ Eine langfristige Erhaltung des Arboretums und des Cafés wurde mit der Zuwendung von EU-, Landes-, Lotto- und Totomitteln zur Auflage gemacht. Ein weiterer Punkt: Bereits jetzt gebe es eine deutliche Wertminderung der Wohngebäude an Wittenwater Weg und Berstraße, durch eine weitere Mastanlage würde diese Situation verschärft.

Zusammenfassend stellt der VA fest, dass die Gemeinde mit einem Bau an dieser vorgesehenen Stelle auf keinen Fall einverstanden ist. Die Gemeinde schlägt vor, den Maststall 350 Meter in Richtung Süden von dem bestehenden Gebäude entfernt zu errichten.

Schon jetzt ist Melzingen das Dorf der Schweine. Das Pro-Kopf-Schweineaufkommen wird auf 30 bis 35 pro Einwohner geschätzt. Zuviel, finden die Melzinger. In der anschließenden Bürgerfragestunde machten sie daher auch deutlich ihrem Unmut Luft. Das Verständnis für den landwirtschaftlichen Betrieb, der mit diesem Bau seine Existenz sichern will, ist schon da, nur warum noch mehr Schweine? Was passiert mit der Gülle? „Geruch und Gestank haben wir schon genug. Es stinkt nicht nur zum Himmel, es stinkt auch in die Fläche.“

Von Meike Bornemann

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