Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft unterstützt Verwaltung: Gemeinsam Ideen für Klosterflecken

Mittelpunkt statt nur Schlafstätte

Auf Wiedersehen im Klosterflecken Ebstorf – damit es zu wiederholten Begegnungen häufiger kommt, wollen Verwaltung, EWG und Verkehrsverein zusammen mit den Ebstorfer Bürgern an der Struktur ihrer Gemeinde arbeiten. Foto: Ph. Schulze

Ebstorf. „Herr Oelstorf bemüht sich wie keiner bisher, den Ort nach vorne zu bringen. Und er hat unsere vollste Unterstützung dabei“, erklärt Erhard Peters, Vorsitzender der Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG).

Dennoch, bei allem Einsatz, in einem Punkt ist er mit dem Gemeindedirektor nicht auf einer Linie. „Die EWG steht nicht nur für punktuelle Veranstaltungen in Ebstorf. Die Wirtschaftstreibenden haben schon mehrfach langfristige Ideen angeschoben“, betont Peters. Abgesehen davon, sehe die EWG es nicht als ihre Aufgabe einen Gesamtplan für den ganzen Klostenerflecken zu erstellen.

Vergangene Woche hatte Ebstorfs Verwaltungschef Wilhelm Oelstorf zu einer Auftaktveranstaltung aufgerufen, bei der der Grundstein für ein ganzheitliches Konzept für den Klosterflecken entwickelt werden soll. Kritik äußerte er an der EWG, deren Aktivität sich vor allem durch schlaglichtartige Feste auszeichne – eine Einschätzung, die Peters so nicht auf Ebstorfs Händlern sitzen lassen möchte: Bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres hatte die EWG einen Entwurf für die Teilnahme am niedersachsenweiten Wettbewerb „Ab in die Mitte“ eingereicht, der dann aber vom Klosterflecken nicht weiter verfolgt wurde. Außerdem habe man sich um die Bekämpfung des Leerstandes im Ortskern bemüht – vor allem die Räume des ehemaligen Schleckermarktes liegen dem EWG-Vorstand am Herzen. „Ich habe verschiedene Einzelhändler aus Ebstorf angesprochen und auch die Kette Tegut. Das lohnt sich einfach nicht, ist nicht wirtschaftlich bei der Masse, die dort voraussichtlich umgesetzt werden würde“, nennt Peters Argumente, die das Projekt Nahversorger im unmittelbaren Ortskern zunächst ausbremsten.

Dass die Verwaltung die Umstrukturierung und partielle Umorientierung des Klosterfleckens aktiv in die Hand nehmen möchte, begrüßt die EWG. „Es wäre gut, wenn sich bei der Veranstaltung am 1. Februar auch neue Gesichter sehen lassen. Wir müssen herausfinden, wie die Ebstorfer ihren Ort sehen und wie sie sich ihn wünschen würden“, sagt Peters. „Wir müssen uns auf die hiesigen Bürger und ihre Bedürfnisse konzentrieren. Die Leute sollen hier ihren Lebensmittelpunkt finden und nicht nur eine Schlafstätte.“ Auf Touristen allein und die Hoffnung auf Zuzüge durch das Neubaugebiet dürfe der Flecken auf Dauer nicht bauen.

Aus Sicht des Gewerbetreibenden fehle es der Gemeinde vor allem an Gastronomie und Servicestandards – wie beispielsweise der Möglichkeit in Geschäften mit Kreditkarte zu zahlen. Dass der Klosterflecken sich in den Hamburger Architekt und Autor Holger Reiners einen externen Berater mit ins Boot geholt hat (die AZ berichtete) sieht Peters eher skeptisch. Ihm wäre ein Moderator aus der Region – beispielsweise einer der Rektoren der Oberschule Ebstorf, also Jörg-Dietrich Kaufmann oder Johannes Voigt-Krause, lieber gewesen. Er hofft nun auf weitere Anregungen aus der Bevölkerung – vielleicht bereits am Mittwoch, 1. Februar, bei der Auftaktveranstaltung von Gemeinde, EWG und Verkehrsverein „Klosterflecken Ebstorf, lebenswert, liebenswert – fit für die Zukunft“ in der Mehrzweckhalle der Mauritiusschule. Beginn ist um 19 Uhr.

Von Wiebke Brütt

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