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Ein Mittel gegen die Einsamkeit

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Von: Gerhard Sternitzke

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Heiko Senking hat selbst drei kranke französische Bulldoggen aufgenommen. Er möchte jetzt alten Menschen helfen, einen Hund oder eine Katze zu halten – durch Tierpatenschaften. Foto: privat
Heiko Senking hat selbst drei kranke französische Bulldoggen aufgenommen. Er möchte jetzt alten Menschen helfen, einen Hund oder eine Katze zu halten – durch Tierpatenschaften. © Privat

Ebstorf. Lang sind die Abende im Winter. Die Einsamkeit ist eine häufige Begleiterin im Alter. Wenn die Frau oder der Mann verstirbt, dann ist der Hund oder die Katze manchmal der einzige Begleiter.

Bei seinen Besuchen zu hohen Geburtstagen bekommt Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking häufig zu hören, dass die Jubilare gerne noch ein Tier anschaffen würden. Doch sie schrecken davor zurück, weil sie den Hund nicht ausführen könnten oder nicht wüssten, was nach ihrem Tod aus dem Tier wird. Senking hat jetzt eine Lösung für das Problem: Er schlägt vor, Tierpatenschaften einzuführen.

„Für viele ist das Tier das letzte, was sie haben. Für sie ist das wie ein Mensch“, sagt Senking. Ein Hund oder eine Katze vermittele den Senioren Lebensfreude. Auf der anderen Seite gebe es im Klosterflecken viele Familien, die tagsüber nicht im Ort seien. Und sich freuen würden, wenn sie ihren Hund in dieser Zeit in guten Händen wüssten. Durch die Patenschaften könnten zudem auch weitere Tiere aus dem Tierheim vermittelt werden.

Senking weiß, wovon er spricht. Er selbst hält zusammen mit seiner Frau fünf französische Bulldoggen, drei von ihnen erhalten das Gnadenbrot. Der Bürgermeister hat die kranken und auf Medikamente angewiesenen Tiere im Rahmen der sogenannten Tiernothilfe übernommen. Das Paar hat aber auch schon geregelt, wer ihre Vierbeiner im Todesfall übernimmt.

Senking hat seine Idee bereits per Rundmail und auf der SoVD-Versammlung verbreitet – und ist auf Zustimmung gestoßen. Nach eigenen Angaben haben sich bereits die ersten Ebstorfer gemeldet, die solch eine Tierpatenschaft übernehmen würden. „Was ich auch erreichen möchte, ist ein besseres Miteinander, von dem alle profitieren“, fügt der Bürgermeister hinzu. Dass es immer Gespräche gibt, wo Hundehalter sich treffen, weiß Senking aus eigener Erfahrung.

Auch darüber, wie das Ganze organisiert werden könnte, hat der umtriebige Bürgermeister nachgedacht. Zunächst könne er gerne Anfragen weiterleiten. Zukünftig könnten die Patenschaften über die Geschäftsstelle des TSV Ebstorf vermittelt werden, dessen Vorsitzender Senking ist. Immerhin unterhält der Sportverein auch eine Hundesparte, die wiederum den Hundeplatz betreibt.

Dass übernommene Patenschaften nicht verantwortungsvoll ausgeübt würden, glaubt Senking nicht. „Man kann das nicht ausschließen, aber diese Erfahrung haben wir nicht gemacht.“ Als Konkurrenz zu gewerblichen Anbietern wie Hundepensionen sieht er seine Idee nicht. Im Gegenteil, mehr Hunde und Katzen würden ihr Geschäft sogar fördern.

Von Gerhard Sternitzke

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