Wriedel: Initiatorin Marianne Müller sucht Nachfolger / Laden allein nicht mehr zu halten

Mitmachmarkt vor dem Aus?

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Selbstgestricktes, Second-Hand-Kleidung aber auch Kurse und Klönrunden – der Mitmachmarkt im Wriedeler Ortskern vereint viele Ideen. Nun werden Mitstreiter gesucht.

wb Wriedel. „Ich finde niemanden, der es weitermacht“, sagt Marianne Müller und in ihrer Stimme schwingt Ernüchterung mit. Vor rund zwei Jahren hat die Wriedelerin das Konzept „Mitmachmarkt“ ins Leben gerufen.

Den dazugehörigen Laden an der Hauptstraße der Gemeinde hat sie am 1. September 2011 eröffnet. Die Begeisterung war groß: Gemeinsam wollten sie und ihre Mitstreiter dem Trend „Dorfsterben“ aktiv entgegenwirken und den Ortskern beleben – auf ehrenamtlicher Basis (die AZ berichtete).

Finanziert wurde das Projekt über Spenden: Mit 3000 Euro Startkapital, die Müller von Menschen aus Wriedel und der Region zusammengesammelt hat, sowie Sachspenden wie Geschirr und Mobiliar war der Grundstein für die ersten Monate des Nachbarschaftsladens gelegt. Zunächst lief das Projekt rund: Immer mehr Menschen brachten Flohmarktartikel in die Räume, die früher die Drogerie-Markt-Kette Schlecker gemietet hatte. Handwerker und Künstler nutzten die Räume als Ausstellungsfläche, Kurse wurden im Mitmachmarkt abgehalten und der Laden wurde zum Treffpunkt für Einheimische. Beratungen für Handarbeit und textile Reparaturarbeiten finden statt, jeden Mittwoch treffen sich Stammgäste zur Frühstücksrunde in den Räumen.

Doch nun scheint den Initiatoren die Luft auszugehen – Geld und Personal fehlen. „Nach der großen Eröffnungsfeier fanden sich einige Mitmacher mit ihrer Geschäftsidee und einer Beteiligung an den Ladenunkosten. Die haben sich zurückgezogen“, erklärt Marianne Müller. Nur noch zehn finanzielle Unterstützer seien im Boot. Dennoch ist die Gründerin des Nachbarschaftsgeschäfts überzeugt von ihrer Idee: „Es sind immer wieder Leute da, die das Konzept gut finden“, betont Marianne Müller im AZ-Gespräch. Besucher des Ladens würden sich nach ihren Erfahrungen erkundigen und in Erwägung ziehen, ein ähnliches Projekt umzusetzen.

Allein könnten sie und ihr Mann Josef den Mitmachmarkt allerdings nicht mehr am Laufen halten – derzeit garantieren sie noch die Öffnungszeiten von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr. „Unzuverlässiges Öffnen“ würde für den Laden im Ortskern „das Aus bedeuten“, da sind sich die beiden Wriedeler sicher. Darum bitten sie jetzt um Hilfe: Am kommenden Mittwoch, 23. Oktober, sind Ideengeber und Interessierte um 19 Uhr im Mitmachmarkt an der Hauptstraße willkommen. Dort soll die Zukunft des Ladens besprochen werden.

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