Große Erwartungen nach der Wahl

Heiko Senking ist neuer Bürgermeister des Klosterfleckens Ebstorf

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Amtsübergabe: Heiko Senking (UWG, links) hat gut lachen. Er ist neuer Bürgermeister des Klosterfleckens Ebstorf. Sein Vorgänger Uwe Beecken überreicht ihm ein Holzschild mit einem Spruch, das jeweils das amtierende Oberhaupt erhält.

Ebstorf. Als Altersvorsitzender Rolf-Dieter Lüllau das Wahlergebnis verliest, schließt Heiko Senking für einen Moment die Augen.

Auf den UWG-Chef kommen am Montagabend in geheimer Wahl elf Stimmen von UWG, FBE, SPD und Grünen, sechs Mitglieder des neuen Fleckenrats haben für Ulf Schmidt (CDU) gestimmt. Senking ist neuer Bürgermeister von Ebstorf und übernimmt das Amt von Uwe Beecken (FBE), der ihm auch als erster gratuliert.

Von Senking fällt in diesen Minuten ein gewaltiger Druck ab, nach Monaten des Wahlkampfs, wie er gegenüber der AZ einräumt. „Man ist ein Stück weit gerührt. Es ist ein Vertrauensbeweis vom Rat und den Wählern. Aber die Erwartungen sind hoch“, weiß der 51-Jährige, der bereits den Sportverein als mitgliederstärksten Verein im Klosterflecken führt.

Die Erwartungen beziehen sich etwa auf die Sauberkeit im Ort. „Wir können vom Bürger Sauberkeit nur verlangen, wenn wir sie selbst bringen“, findet Senking. Deshalb müsse mit der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf über einen intensiveren Einsatz des Bauhofs, möglicherweise auch über zusätzliche Mitarbeiter geredet werden.

Oder das Thema Neubürger im Pendlerort Ebstorf. Für diese will Senking eine Begrüßungstasche mit vielen Informationen nach dem Vorbild Bienenbüttels einführen. „Es ist wichtig, dass die Leute wissen: Wir haben hier Bad und Schützengilde“, sagt Senking.

Große Erwartungen gibt es auch, dass die seit zwei Jahren wegen Baufälligkeit gesperrte Wiesenseebrücke wiederhergestellt wird. In der konstituierenden Sitzung hat Senkings Gegenkandidat Ulf Schmidt einen Antrag gestellt, das Projekt zügig umzusetzen. Der neue Bürgermeister überlegt dagegen, die Brücke privat bauen zu lassen und anschließend zu leasen – wie das Uelzener Rathaus.

Eine Herzensangelegenheit von Senking war ein dritter Ausschuss, nämlich für Wirtschaft, den der Rat ebenfalls beschließt. „Wir brauchen mehr Gewerbe“, ist Senking überzeugt. „Wir müssen mehr Arbeitsplätze tagsüber schaffen, damit wir die Feuerwehr bestücken können.“

Senking, Beamter bei der Staatsanwaltschaft in Lüneburg, stammt aus Braunlage im Harz und zog erst vor zwölf Jahren nach Ebstorf. Zwei Jahre später fand er sich eher zufällig bei der Gründung der UWG wieder – und gestaltet seit zehn Jahren die Entwicklung des Fleckens mit. Bei allen Problemen und harten Diskussionen verliert der Vater eines erwachsenen Sohnes nie den Humor: „Mit einem Lachen geht’s immer leichter.“

Senkings gleichberechtigte Bürgermeister-Stellvertreter sind Hans-Peter Hauschild (SPD) und Gudrun Klippe (Grüne), die erst im dritten Wahlgang die erforderliche Stimmenzahl erhielt.

Von Gerhard Sternitzke

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