Verwaltungsgebäude aus den siebziger Jahren erhält neue Elektroanlage, Beleuchtung und Heizung

1,2 Millionen fürs Ebstorfer Rathaus

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Technik auf dem Stand von 1975: Hausmeister Markus Baldig in der Heizungszentrale des Ebstorfer Rathauses. Für 1,2 Millionen Euro lässt die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf Elektroinstallation und Heizung in dem Verwaltungsgebäude erneuern.

Ebstorf. Der Beton ist unverwüstlich. Wie eine Trutzburg steht das Ebstorfer Rathaus im Zentrum des Klosterfleckens. Manche beklagen auch nach 42 Jahren die Verschandelung des Ortsbilds, obwohl sich der Verwaltungsbau mit der breiten Treppe einladend öffnet.

Betonschick der siebziger Jahre im Eingangsbereich des Ebstorfer Rathauses. Die Fassade wird nicht angetastet.

Mittlerweile kaschiert der Efeu Teile der rauen Fassade aus dem Jahr 1975. Jetzt steht eine groß angelegte Sanierung bevor. 1,2 Millionen Euro will die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf in die Elektroanlage und die Heizung stecken. Das ist auch ein Signal, dass der Verwaltungssitz in Ebstorf auf längere Frist erhalten bleibt. Hausmeister Markus Baldig kennt den Weg in den Keller im Schlaf. Er öffnet die Tür zu einem engen, dreieckigen Raum. Der Muff alter Akten hängt in dem Kabuff mit dem Verteilerkasten. Hinter Plexiglas alte Porzellan-Sicherungen. An einem Kasten haftet ein leuchtend roter Aufkleber. Durchgefallen, heißt das. „Die Elektrik wird regelmäßig geprüft, aber sie entspricht nicht mehr dem Stand der Technik“, sagt Baldig. „Es ist lange nichts gemacht worden.“

Roland Klewwe

600 000 Euro stehen deshalb in diesem Jahr für die elektrische Anlage bereit. Die Arbeiten sollen im Herbst beginnen. Nach Auskunft von Bauamtsleiter Roland Klewwe werden alle Leitungen ausgetauscht. Die Beleuchtung wird erneuert. Und der Ratssaal mit der markanten Pflasterstein-Wand erhält eine Lautsprecheranlage. Zudem macht sich das Bauamt Gedanken, wie die Akustik in dem Saal verbessert werden kann. „Der Charakter des Raums soll sich aber nicht verändern“, betont Klewwe. Das gilt auch für die nach wie vor umstrittene Betonfassade. „Eine Isolierung ist nicht geplant“, informiert Klewwe. „Das lässt sich in der Regel wirtschaftlich nicht darstellen.“ Wenn das Dach irgendwann saniert werden muss, erhält es aber eine Wärmedämmung.

Rathaus-Mitarbeiter in einem der kleinen Büros.

Weiter ins Obergeschoss. Den dreieckigen Vorraum schmücken künstliche Pflanzen. Ein Feuerlöscher hängt an der Wand. Für andere Zwecke sind die spitzen Ecken nicht zu gebrauchen. Die Büros sind dagegen ziemlich beengt. „Wenn man die Oberlichter aufmacht, zieht es im Nacken“, berichtet Gundolf Wernhardt, stellvertretender Kämmerer der Samtgemeinde. In der Zimmerecke steht bei allen Mitarbeitern seit einiger Zeit eine Art Stehlampe. Die Beleuchtung in den Decken stammt noch aus der Zeit der Schreibmaschinen. Sie wird deshalb ausgetauscht. Auch über eine Klimaanlage wird nachgedacht. Im nächsten Jahr ist dann für 600 000 Euro die Heizungsanlage im Keller dran. Auf der Schalttafel eine lange Reihe grauer Schalter für die Belüftung. Der Schalter für das lange verschwundene Café ist abgenommen und mit Kreppband überklebt.

Die Samtgemeinde zeigt sich beim Ebstorfer Rathaus großzügig. „Das wird für die Maßnahmen sicher nicht benötigt, so dass wir ein bisschen Reserve haben“, meint Bauamtsleiter Klewwe. „Es kann sein, dass wir bei den Arbeiten Mängel entdecken.“

Von Gerhard Sternitzke

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