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7,5 Millionen Euro für den Umbau der Ebstorfer Mauritius-Schule

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Erweiterte Mauritius-Schule Ebstorf, vom Klosterplatz aus gesehen.
Eine Aufstockung des Verbindungstrakts und ein verschobener Eingang: So soll die Mauritius-Schule Ebstorf nach dem Entwurf von Architekt Michael Driesner nach dem Umbau zur Ganztagsschule aussehen. © Grafik: Planschmiede 2KS

Ganztagsschule, das ist mehr als verlängerte Betreuungszeiten. Der Alltag in der Schule verändert sich: Der klassische Unterricht macht nur noch einen Teil der Schulzeit aus. Ein Drittel ist Projektarbeit, ein weiteres Drittel eigenverantwortliches Arbeiten, erklärt Thomas Gudella, Leiter der Ebstorfer Mauritius-Schule. Für die neuen Unterrichtsformen benötigen die Lehrer andere räumliche Möglichkeiten, und eine Mensa fürs Mittagessen wird auch gebraucht. Erste Pläne, wie die Grundschule umgebaut werden könnte, stellte Architekt Michael Driesner vom Planungsbüro Planschmiede 2KS am Montagabend im Schulausschuss der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf vor.

Bad Bevensen/Ebstorf – Eine Ansicht zeigt einen zwischen Altbau und Sporthalle nach rechts verschobenen Eingang und eine Aufstockung des Verbindungstrakts. „Da liegt ein großer Teil der Veränderung“, erklärt Drießner. „In der Mitte ist die Unterbringung der Verwaltungsräume, und es ist eine Verbindung zwischen den Trakten, zwischen Unterichts- und Fachunterrichtsräumen.“ Weil dabei unterschiedliche Ebenen ausgeglichen werden müssen, gibt es eine Rampe. Auch ein Fahrstuhl wird eingebaut. So wird die ganze Schule barrierefrei.

Flure können für Gruppenarbeit genutzt werden

Im Zuge des Umbaus erhalten auch die Flure eine neue Funktion. Dadurch, dass das Treppenhaus verlagert wird, können Sie im Unterricht genutzt werden, etwa wenn Schüler in Kleingruppen arbeiten. Bislang ist das aus Brandschutzgründen nicht möglich. Architekt Driesner spricht von „variablen Nutzungsmöglichkeiten“ für die bislang nicht verfügbaren Flächen.

Vorgabe für das Architekturbüro aus Hankensbüttel ist eine für 2027/28 erwartete Zahl von 281 Schülern. Derzeit sind es 221. Trotz der Umbaumaßnahmen wächst die Fläche nur um 200 auf 3220 Quadratmeter. Möglich ist das, weil die neue Mensa im Speichergebäude des ehemaligen Kaufhauses Kort entsteht. Auf diese Weise wird auch der Schulhof nicht angetastet.

Bis zu 260 Essen in der Mensa im Speicher von Kaufhaus Kort

In dem Altbau sollen bis zu 260 Essen am Tag ausgegeben werden. „Das setzt voraus, dass wir relativ starke Eingriffe machen, aber das Gebäude bleibt ablesbar“, betont Driesner. Entstehen werden auf 400 Quadratmetern nicht ein großer Speisesaal, sondern insgesamt drei Essensräume im Erd- und Obergeschoss, die von der Schule auch im Ganztagsbetrieb genutzt werden können. Geplant sind ein neues Treppenhaus und ein Aufzug. Vorgesehen ist zudem ein Durchgang von der Lüneburger Straße zur Schule, der von der Schule geschlossen werden kann.

Beim Schulleiter kommt der Entwurf sehr gut an. „Für uns als Schule hat diese Planung den bestechenden Vorteil, dass sie die Voraussetzungen für Inklusion, die Beschulung von sehr verschiedenen Schülern, schafft“, lobt Thomas Gudella. „Das ist ein sehr durchdachter Entwurf. Flächen, die wir bisher nicht nutzen können, stehen damit zur Verfügung.“

Umbau für Mensa ab 2024

Den Entwurf will Architekt Driesner nun mit der Denkmalpflege abstimmen, die im Umfeld des Klosters ein Wort mitzureden hat. Baubeginn für die Mensa könnte im Sommer nächsten Jahres sein. Die Räumlichkeiten könnten dann während des Umbaus der Schule 2024 und 2025 als Ausweichquartier dienen. Für den Schulumbau und Mensa rechnet Driesner mit Kosten von insgesamt 7,5 Millionen Euro. Ausschussvorsitzender Léonard Hyfing (FDP): „Die Zahlen müssen wir erst mal sacken lassen.“

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