30 Piloten gaben in Linden einen Einblick in Modellfliegerei

Ein Tag für Loopings und Luftballons

Das Publikum beobachtete Jagd- und Segelflugzeuge, einen Hubschrauber und Fantasiebauten beim Modellflugtag in Linden. Fotos: Bleuel

Linden. Wind Nordost, Startbahn null-drei, bis hier hör’ ich die Motoren, wie ein Pfeil zieht sie vorbei und es dröhnt in meinen Ohren… Wenn Liedermacher Reinhard Mey den Gedanken seines Protagonisten auf einem kleinen Flugplatz nachgeht, dann lassen sich diese durchaus nicht nur „über den Wolken“, sondern auch auf die Pisten in der Nähe von Linden übertragen.

Die Anlage des Modellflug-Clubs Linden verfügt immerhin über eine Rasenpiste von 170 Metern Länge und eine Hartpiste, die gute 50 Meter lang ist. Alle zwei Jahre werden hier von den Mitgliedern die Modellflugtage durchgeführt. Bei der diesjährigen 19. Auflage waren 30 Piloten angereist, um den Zuschauern das Erlebnis Modellflug näherzubringen.

Ein Agrarflieger wurde ebenfalls vorgestellt.

Mit 83 Jahren dürfte Werner Schulze von Condor Heidenau aus dem Alten Land der älteste der Piloten gewesen sein. Er betreibt sein Hobby seit dem 9. Lebensjahr und baut seine Modelle selbst. Bauanleitungen sind ihm fremd. Es ist bereits eine dritte Maschine. Aus leichtem Holz wiegt sie gute neun Kilogramm und hat eine beachtliche Spannweite von 4,52 Metern. Andere Flieger sind leichter. Ein Modell aus Styropor bringt nicht einmal ein Kilogramm auf die Waage und wagt sich dennoch in die Lüfte. Alle Piloten zeigten, was sie am Steuergerät können, und boten mit ihren Maschinen ein abwechslungsreiches Programm. Das schnellste Modell brachte es auf 250 Stundenkilometer und musste in der Leistung gedrosselt werden, damit es nicht ins Trudeln gerät.

„Mit unseren Flugtagen wollen wir die ganze Vielfalt der Modellfliegerei zeigen“, erklärt Vorsitzender und Platzwart Peter Czarnecki, der von Anfang dabei ist und durch das Programm führte. „Bei den Wettbewerben geht es nicht um Punkte, sondern einfach nur um den Spaß.“ Jagd- und Segelflugzeuge waren dabei, Agrarflieger und Hubschrauber, Fantasiebauten oder originalgetreue Nachbauten. Auch ein Heißluftballon als Modell sollte starten, das aber klappte nicht so recht. Der Wind spielte nicht mit. Mit Loopings, Steil- und Tiefflügen zeigten die Kunstflieger ihr Können. Beim Luftballonstechen zählten die „Abschüsse“ und dann gab es noch einen Flieger, der zur Freude der Kinder Bonbons abwarf.

Von Ulrich Bleuel

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