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Leistungsvergleich der Lebensretter im Ebstorfer Waldemar

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Von: Lars Becker

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Die Disziplinen im Rettungsschwimmen unterscheiden sich erheblich von den bekannten Schwimmstilen und sind auf die Rettung in Notfällen ausgelegt.
Die Disziplinen im Rettungsschwimmen unterscheiden sich erheblich von den bekannten Schwimmstilen und sind auf die Rettung in Notfällen ausgelegt. © Oliver Huchthausen

Rückenschwimmen mit Puppe (im Bild), Schwimmen mit Flossen und Gurtretter oder Hindernisschwimmen: Die Disziplinen der Rettungsschwimmer unterscheiden sich von den bekannten Stilen. Es geht darum, fit zu sein für Notfälle. Im Ebstorfer Waldemar fanden die DLRG-Bezirksmeisterschaften statt.

Ebstorf – Nach zweijähriger Corona-Zwangspause haben am Sonnabend im Ebstorfer Waldemar wieder die Bezirksmeisterschaften des DLRG-Bezirks Lüneburger Heide stattgefunden. Der setzt sich aus den Landkreisen Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Heidekreis zusammen.

Von den 13 Ortsgruppen waren mit Dannenberg, Ebstorf, Fallingbostel und Stadensen aber nur vier am Start. „Es fehlten Trainingsmöglichkeiten“, erklärt Dany Schulz, Bezirksleiterin der DLRG. „Aufgrund der Energiekrise blieben viele Hallenbäder geschlossen, das hat natürlich Auswirkungen.“

Dennoch war die Motivation unter den rund 40 Teilnehmern hoch, denn ein gutes Abschneiden bei den Bezirksmeisterschaften ist Voraussetzung für die Teilnahme an den Landesmeisterschaften, die Ende März in Achim ausgetragen werden.

Puppe wird variabel mit Wasser gefüllt

Die Disziplinen im Rettungsschwimmen, die sich in Einzel- und Mannschaftswettbewerbe unterteilen, unterscheiden sich erheblich von den bekannten Schwimmstilen und sind auf die Rettung in Notfällen ausgelegt. In der Puppenstaffel geht es beispielsweise darum, eine Puppe über vier 25-Meter Bahnen zu ziehen. Das Gewicht der Puppe ist dabei variabel: Komplett mit Wasser gefüllt erreicht sie rund 50 Kilogramm und kommt somit dem Gewicht eines Menschen recht nahe.

Auch das Schwimmen mit Flossen und Gurtretter ist für die DLRG-Schwimmer typisch. Der Gurtretter besteht aus einem Brust-Schulter-Gurt, einer schwimmfähigen Verbindungsleine mit Ösen sowie einem Auftriebskörper. Eingesetzt wird er bei der Wasserrettung, um Umklammerungen zu verhindern.

Beim Hindernisschwimmen sind an verschiedenen Stellen im Becken Netze zu untertauchen. Dadurch wird ein gleichmäßiger Schwimmfluss, wie man es vom Brustschwimmen oder Kraulen her kennt, ständig unterbrochen. Um erfolgreich abzuschneiden braucht es viel Kraft, Kondition und Schnelligkeit – das Beherrschen der Rettungsgeräte ist unabdingbar.

Bezirkspokal bleibt in Ebstorf

Das Rettungsschwimmabzeichen gibt es in Bronze, Silber und Gold, umfassende Prüfungen in Theorie und Praxis sind dafür erforderlich. Silber ist auch Voraussetzung für den Wasserrettungsdienst, beispielsweise in Freibädern, an Badestränden oder an der Küste.

Die Wettbewerbe im Waldemar waren in Altersklassen unterteilt. Der jüngste Teilnehmer war acht Jahre alt, während Harry Piehl aus der Ortsgruppe Ebstorf als ältester Schwimmer im April bereits seinen 74. Geburtstag feiern wird: „Man soll ja immer auf die Frauen hören“, schmunzelt er. „Während mich meine Frau für komplett verrückt erklärt, weil ich hier mitmache, ist meine Ärztin voll des Lobes“.

Am Ende stand dann fest: Die Ortsgruppe Ebstorf konnte den Bezirkspokal erfolgreich verteidigen.

von Oliver Huchthausen

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