Oberschule Ebstorf: Schritte zum Zusammenwachsen von ehemaliger Haupt- und Realschule

Lehrer unter einem Dach

Die Oberschule Ebstorf wächst zusammen: Räumlich und Inhaltlich stimmen sich ehemaligen Haupt- und Realschullehrer weiter ab. Foto: Wendlandt

Ebstorf. Einen weiteren Schritt in Richtung Einheit hat die Oberschule Ebstorf gemacht: Die Pädagogen sind in ein gemeinsames Lehrerzimmer gezogen.

Bisher trennten die ehemaligen Haupt- und Realschullehrer, die künftig gemeinsam Unterrichtseinheiten vorbereiten sollen, mehr als 100 Meter und mehrere Wände.

Im Frühling sollen dann weitere Arbeiten an dem neuen Oberschul-Zentrum an der Ebstorfer Fischerstraße folgen: Verwaltungstrakt, Mensazugang und Klassenraumaufteilung werden verändert, um das Konzept Oberschule auch praktisch umsetzen zu können. Im Sommer 2011 waren die Haupt- und die Realschule Ebstorf in der neuen Oberschule aufgegangen: Räume, Unterrichtskonzepte und Menschen müssen nun zusammenwachsen.

Kurz vor Weihnachten sind die Pädagogen in ein gemeinsames Lehrerzimmer gezogen – Kofferpacken, dass aus Sicht der Schulleitung unbedingt notwendig war. Bisher verbrachten die Lehrer der ehemaligen Realschule und die der vorherigen Hauptschule im jeweils bestehenden Raum ihre Pausen – um sich abzusprechen waren weite Wege oder disziplinierte Koordination von Nöten. „Vor dem Umzug gab es schon Sand im Getriebe, wegen fehlender Absprachen. Einiges wurde über Zettel geregelt, die dann schon mal im falschen Lehrerfach landeten“, berichtet Jörg-Dietrich Kaufmann, der kommissarisch die Leitung der neuen Oberschule übernommen hat.

Eigentlich hoffte die Schulleitung im Sommer, als die neue Schulform startete, dass die Bauarbeiten am neuen Lehrerzimmer früher umgesetzt sind. Auf die Herbstferien hatten alle gesetzt. „Aber nach den üblichen Verzögerungen ist es nun ja geschafft“, sagt Kaufmann. Zumindest hinter den ersten Bauabschnitt kann nun ein Haken gesetzt werden.

Der zweite, in dem der Verwaltungstrakt sowie der Zugang zur Mensa und einige Klassenräume umgestaltet werden sollen (AZ berichtete), wird voraussichtlich zu Ostern angepackt. „Im Haushalt 2011 war dafür einfach kein Geld mehr“, erklärt der kommissarische Rektor. Diese Arbeiten sollten dann möglichst zu Beginn des kommenden Schuljahres, im September, abgeschlossen sein. Denn dann startet die Oberschule mit dem Unterricht nach innerer Differenzierung. Wie bei einer integrierten Gesamtschule werden Schüler mit unterschiedlichem Leistungsniveau gemeinsam unterrichtet. Dabei bekommen alle Jungen und Mädchen während des Unterrichts Aufgaben, die an das individuelle Vermögen angepasst sind – eine neues Lehrkonzept, das die Pädagogen vor eine ungewohnte Herausforderung stellt. Im Februar werden Lehrer und Schulleitung beginnen, die schuleigenen Arbeitspläne zu entwickeln. Denn die Unterrichtsinhalte müssen genau abgestimmt werden – immerhin sollen schwächere und starke Schüler immer parallel an einem Thema arbeiten, nur eben auf dem jeweiligen Leitsungsniveau. „Die Lehrer müssen im Team arbeiten. Anders können wir die Herausforderungen nicht bewältigen“, sagt Jörg-Dietrich-Kaufmann. Um Fehler im Vorfeld möglichst du vermeiden, werden die Kollegen aus Ebstorf andere Schulen besuchen, in denen das Modell Oberschule bereits umgesetzt wird. Zudem starten nächste Woche Lehrerschulungen.

Von Wiebke Brütt

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