Schüler der Oberschule Ebstorf durften in Unternehmen intensive Praxiserfahrungen sammeln

Lebendige Berufsorientierung

+
Der 16-jährige Dennis Thiel überzeugte mit leckeren Spießen nach seinem Praktikum in der Apetito-Küche des Seniorenzentrums an der Rosenmauer und der Koch Christian Grünberg stand ihm auch bei der Präsentation zur Seite.

Ebstorf. Der Schüler Dominik Schucht aus der neunten Klasse der Ebstorfer Oberschule hat jetzt ein Ziel: „Ich brauch’ eine Zwei in Mathe, um meinen Traumberuf zu lernen.

“ Und woher weiß der Schüler, was sein Traumberuf ist? Über ein halbes Jahr durfte er als Praktikant berufliche Erfahrungen in der Kraftfahrzeugwerkstatt Trumpf sammeln. Wie alle seine Mitschüler durfte er zunächst ein zweiwöchiges Schülerpraktikum absolvieren und dann von den Herbstferien bis zum Halbjahreszeugnis jede Woche einmal wieder in den Betrieb gehen und an die Erfahrungen anknüpfen. „Das war der einzige Tag in der Woche, an dem meine Tochter am Morgen pünktlich und gut gelaunt das Haus verließ“, erzählt Katja Stark, deren Tochter Sarah zur gleichen Zeit wie Dominik ein kaufmännisches Praktikum im Bauzentrum Mölders absolvierte. „Und sie hat gute Chancen auf einen Ausbildungplatz“, sagt der Ausbildungsleiter bei Mölders Markus Schulze.

„Aufmerksam, interessiert und engagiert“, bestätigen beinahe alle Ausbilder der Praktikumsbetriebe, die bereit waren, einen Praktikanten in ihrem Unternehmen über ein halbes Jahr an den Beruf heranzuführen. „Die waren alle sehr nett, haben mir viel gezeigt, meine Fragen beantwortet und mir auch interessante Aufgaben übertragen“, erzählt der 15-jährige Daniel Voit, der bei Ramelow in den Beruf des Einzelhandelskaufmanns hineinschnuppern durfte. „Gepflegtes Aussehen und gute Umgangsformen“ brachte der Jugendliche von zu Hause mit, bestätigen seine Lehrer, „und das Interesse an modischer Kleidung ist in dieser Branche ebenfalls unerlässlich“, ergänzt der Schüler, der eine kleine Auswahl bei der Präsentation in seiner Schule dekoriert hat.

„Gemeinsam tragen wir – wir als Schule, Sie als Unternehmen und Betriebe – Verwantwortung dafür, dass den jungen Leuten hier vor Ort, in der Region eine Chance eines Ausbildungsplatzes und später ein Arbeitsplatz zuteil wird. Das sichert eine lebendige Kommune, in der zu arbeiten und zu leben sich lohnt“, begrüßte Johannes Vogt-Krause, stellvertretender Schulleiter, die Besucher der Präsentation. Unternehmer und Ausbilder, Eltern, Lehrer und Schüler gingen von einem zum anderen Stand, um sich über den Beruf und die Erfahrungen der Schüler zu informieren.

Bei Dennis Thiel gab es sogar eine Kostprobe dessen, was er in der Apetito-Küche der Senioren-Residenz an der Rosenmauer gelernt hat. „Ein leckerer Spieß mit einer Curry-Sauce“, erklärt er den Gästen. „Koch wollte ich immer schon werden“, grinst er den Koch Christian Grünberg an, der ihn die ganze Zeit im Betrieb begleitete. Aber Apetito bildet leider nicht aus, sonst würde Apetito Dennis sofort nehmen. „Er hat Willen und Ehrgeiz, aber vor allem bewiesen, dass er diesen Beruf wirklich lernen möchte.“

Mit diesen Praktika-Durchläufen konnten die Schüler den Beweis antreten, dass die Oberschule Ebstorf eine qualitativ gute Form der Berufsorientierung entwickelt und mit Leben gefüllt hat.

Von Angelika Jansen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare