Buch über kleine Nonne Hilda in Ebstorf präsentiert / Klosterleben wird auch für Kinder anschaulich

Ein Leben lang allein

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Mit einer Beamer-Präsentation erläuterte die Buchautorin Anja Preiß im Kloster Ebstorf die Entstehung des Buches über die kleine Nonne Hilda.

Ebstorf. „Gut Buch will Weile haben“ – und viele andere kluge Sprüche könnte man über dieses Werk sagen, das ein ganz besonderes Buch ist, weil es einen ganz großen Leserkreis erreichen soll.

Es ist bereits für Kinder ab sieben Jahre gedacht und trotzdem auch für Erwachsene spannend. All dies betonte Äbtissin Erika Krüger zu Beginn der Präsentation des Buches „Hilda – vom Leben einer Nonne im Mittelalter“ im Kloster Ebstorf.

Das Projekt-Team (von links): Autorin Anja Preiß, Illustrator RobertVoss und Gestalterin Ulrike Meyer mit dem Buch.

Ihr Dank ging an viele Freunde und Förderer, aber auch an das Projektteam für die Planung und Umsetzung. Anja Preiß stellt mit Hilfe ihrer Protagonistin Hilda das Klosterleben im Mittelalter vor. „Richtiges Klosterleben ist selten geworden, da nimmt eher der Ruhe-Tourismus zu“, so die Autorin, die sich in einem anderen Buch auch schon mit der Ebstorfer Weltkarte befasst hatte. Klöster seien heute „besondere Orte der Gegenwart, an denen das Göttliche auf besondere Art zu spüren ist“. Früher bot das Leben im Kloster gerade für Frauen die Chance, ihren geistigen Fähigkeiten nachzugehen. „Bildung war ein großer Bestandteil des mittelalterlichen Klosterlebens“, so Preiß. In dem jetzt vorgelegten Buch erzählt Hilda von ihrem Leben, das sie mit sechs Jahren ins Kloster führte.

Sie lernt das turbulente Treiben auf dem Wirtschaftshof kennen, der wie ein landwirtschaftlicher Betrieb arbeitet, denn die Bewohner müssen versorgt werden. Im Alter von 16 Jahren wird sie als Nonne eingeführt und bleibt von nun an ihr Leben lang allein. Ihr Tagesablauf richtet sich nach den strengen Regeln des Heiligen Benedikt von Nursia. Diese Regeln bringen Ruhe in den Tag und die Kraft zum Beten, aber auch zum Arbeiten.

Auf 48 Seiten taucht der Leser in das Klosterleben des Mittelalters ein. Die Illustrationen hat Robert Voss entworfen, mit wenig Farbe, damit die Handlung authentisch wahrgenommen wird. Sein Lieblingsbild überreicht er als Dank an die Äbtissin, die das Projekt aufmerksam und vorbehaltlos unterstützt hat. Ulrike Meyer hat die Gestaltung übernommen und ein rundes Werk daraus gemacht.

„Jonte, Clara und Johanna haben als Neunjährige die Worte Hildas nachgelesen und mir die Verständlichkeit bestätigt, das fand ich toll“, dankt Anja Preiß auch Freunden ihres Sohnes, von denen einer unter den vielen Besuchern ist. Eine Oma verlässt gleich mit zwei Büchern und drei Enkeln die Vorstellung. Zum Signieren ist aber keine Zeit mehr. „Komm Oma“, drängeln die Kinder – jetzt muss erstmal ein Eis her.

Von Monika Buhr

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