Samtgemeindearchiv in Ebstorf ließ zum Zehnjährigen hinter seine Kulissen blicken

111 laufende Meter Geschichte

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Hier hat alles seine Ordnung: Mitarbeiter Harald Linnecke erklärt die Präsenzbibliothek im Archiv der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf.

Ebstorf. Archive gibt es in fast allen Kulturen und Lebensbereichen. Dokumente, Fotoaufnahmen, Karten, Pläne – alles wird sorgsam übernommen, erschlossen und bewertet, verzeichnet, gesichert; bei fortschrittlichen Archiven auch digital.

Was sich nüchtern liest, ist enorme Fleißarbeit. Die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf hat da einen Glücksgriff mit dem ehrenamtlich wirkenden Archivleiter Manfred Schmidt und seinem Team gemacht. Wie was wo läuft, das erklärten Schmidt und sein Team mit Harald Linnecke, Brigitte Jaeger, Dr. Walter Rieckmann, Detlev Siegert und Wolfgang Kluge am Sonnabend beim Tag der offenen Tür.

Eher im Verborgenen, unterm Rathaus im ehemaligen Eiscafé, und nicht oft vom Publikum aufgesucht, findet sich ein wahrer Schatz an Archivalien: Schriftgut des Alten Amtes Ebstorf und des Fleckens Ebstorf sowie Schriftgut von verschiedenen Einzelgemeinden. Dazu kommen Nachlässe, darunter auch das Firmenarchiv der alten und neuen Molkerei, Deposita, diverse Sammlungen, Zeitungen, Bücher, Karten und Pläne. „Zusammengefasst sind etwa 111 laufende Meter Archivalien und Akten neu verpackt, verzeichnet und eingelagert“, fasst Manfred Schmidt zusammen. „Auch gehören 1286 Karten, Pläne und Rissen dazu sowie eine Präsenzbibliothek“.

Manfred Schmidt hat nach seinem Ruhestand als Finanzbeamter 2008 begonnen, das Archiv der ehemaligen Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf einzurichten. Interesse für Heimat und Kultur hatte er stets und bereits 2003 mit der Erstellung des „Digitalen Bildarchivs Ebstorf“ begonnen. Seit 2015 ist das Archiv auch online. In den zehn Jahren haben die ehrenamtlich Mitarbeiter insgesamt 15 742 Arbeitsstunden geleistet. Zeitungssammlungen aus 5421 Ordnern, Bildersammlungen aus 6601 und digitales Schriftgut aus 4657 Ordnern lassen sich in gut 25 500 Verzeichnissen mit einem speziellen Archivprogramm aufsuchen.

Das Interesse und die Besucheranzahl waren groß. Geduld, systematisches Denken, Interesse an Geschichte, am Sammeln von Informationen und an Datenverarbeitung sowie Sorgfalt und Akkuratesse sind Voraussetzungen für die vielfältige Arbeit. Und das Archiv-Team hat auch Wünsche: eine Entfeuchtungsanlage für den Raum mit den Ordnern, weiteres Material, das zur Archivierung zur Verfügung gestellt wird und Verstärkung bei der Archivleitung.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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