Ebstorfer CDU moniert Alleingänge von Bürgermeister Senking

Kritik an der „One-Man-Show“ von Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking

Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking: „Ich versuche, damit Gutes für uns alle in Ebstorf zu tun.“ archivfoto: sternitzke
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Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking: „Ich versuche, damit Gutes für uns alle in Ebstorf zu tun.“ archivfoto: sternitzke

Ebstorf – Ebstorfer Bürger unterstützen mit Spenden und Versprechen auf Weihnachtskugeln die corona-geschädigten örtlichen Betriebe (AZ berichtete). Für Bürgermeister Heiko Senking war schnell klar, dass er die Initiative unterstützt.

„Am 27. November werde ich dann mit den gekauften Kugeln und gebastelten Dingen unserer Kinder den Baum schmücken“, kündigte das Fleckenoberhaupt – wie gewohnt per E-Mail – an. Doch es gibt Kritik an dem Einsatz des umtriebigen Bürgermeisters. Die CDU-Fraktion spricht von einer „One-Man-Show“. „Scheinbar ist der Wahlkampf schon in vollem Gange und unser Bürgermeister sieht sich als Alleinentscheider, was uns sehr sauer aufstößt.“

Anlass für die Kritik ist unter anderem Senkings Ankündigung, die Kugeln könnten in der Tourist-Information gekauft werden. „Das alles ohne Information an die Ratsmitglieder“, kritisiert die CDU in der von Ratsfrau Catharina Förster und den übrigen vier Fraktionsmitgliedern unterzeichneten Mail. „Verbunden mit der Frage, bis zu welchem Umfang darf der Bürgermeister, der Gemeindedirektor oder vielleicht sogar jedes Ratsmitglied unsere Verwaltung für private Belange in Beschlag nehmen und damit Verwaltungsleistung verschenken?“

Auch im Zusammenhang mit dem inzwischen abgesagten Weihnachtsmarkt (AZ berichtete) gibt es Kritik. Senking habe einzelnen Geschäftsleuten bereits Zusagen gemacht, das Gelände des Klosterfleckens für einen privat organisierten Weihnachtsmarkt zur Verfügung zu stellen.

„Tagtäglich werde ich nicht nur im Dienst, bei meinen Anrufen der Jubilare oder auch nur so mit den Sorgen und Ängsten von Mitbürgern auf verschiedenste Weise konfrontiert. Gerade in der jetzigen dunklen und kalten Jahreszeit sind einige Gemüter sehr getrübt und ich bemühe mich, wo ich nur kann, für Aufhellung zu sorgen“, reagiert Senking. „Sicher mache ich dabei nicht alles richtig, aber ich versuche, damit Gutes für uns alle in Ebstorf zu tun und ein kleines bisschen dabei zu helfen, die Menschen durch diese für viele sehr schwere Zeit zu bringen.“

Was den Baum des Zusammenhalts angeht, sei es wichtig, in der jetzigen Zeit jede Initiative zu unterstützen. „Mir ist neu, dass alle Aktivitäten der Urlaubsregion, wie Fahrradtouren und anderes, durch irgendwelche politischen Gremien müssen“, merkt Senking an. Grundlage seiner Gespräche mit Betrieben über einen Weihnachtsmarkt sei die damalige Beschlusslage im Verwaltungsausschuss gewesen.

Von einer One-Man-Show könne keine Rede sein. „Auch andere Bürgermeister machen Aktionen und Aufrufe, selbst mit Videoclips, Posts bei Instagram, Facebook und Co. Warum sollen wir oder ich das nicht machen?

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