Konzept für Ebstorf: Arbeitsgruppen erarbeiten erste Ideen für Zukunft des Klosterfleckens

Kreisel-Paten und Farbberater

Die „gute Stube“ des Klosterfleckens Ebstorf liegt den Mitgliedern der Arbeitsgruppen besonders am Herzen: Auf der Lüneburger Straße, die sich zwischen Winkelplatz und Klosterquartier durch den Ortskern schlängelt, stehen frisch sanierte neben schmuddeligen Häusern. Damit Einheimische und Touristen wieder Spaß am Bummel durch den Ort haben, ist auch eine Aufwertung der Architektur notwendig. Foto:Samtgemeindearchiv

Ebstorf. Ebstorfs Bürger nehmen die Zukunft ihres Ortes selber in die Hand.

Beim ersten Workshop im Rahmen der Aktion „ganzheitliches Konzept für Ebstorf“ ließen rund 50 Einwohner des Klosterfleckens in der Oberschule ihren Ideen freien Lauf – Querdenken erwünscht, hieß es auf Einladung von Bürgermeister Uwe Beecken, Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf und Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft.

In vier Arbeitsgemeinschaften diskutierten junge Frauen mit älteren Herren, Erzieher mit Architekten, Politiker mit Verwaltungsmitarbeitern über Kultur, Ortsbild, Tourismus, Wirtschaft, Gastronomie, Umwelt, Geschichte und Baugeschichte des Klosterfleckens. Alle mit einem Ziel: Ebstorf attraktiver zu machen und den Klosterflecken für den demografischen Wandel zu rüsten – Stärken herausarbeiten und Schwächen abmindern. Jedoch nicht im Alleingang, sondern gemeinsam.

Negativ fiel den Workshopteilnehmern beispielsweise die trostlose Bepflanzung oder die fehlenden Sitzgelegenheiten auf – ein Vorschlag aus der Mitte der Ebstorfer: Warum nicht Patenschaften für Kreisverkehre vergeben und Bänke säubern beziehungsweise versetzen? Außerdem müssten die Ebstorfer in ihrer „guten Stube“ ordentlich den Kehrer ansetzen – so zumindest die Meinung der Arbeitsgruppen. Gemeint ist die Lüneburger Straße im Ortskern. Hier reihen sich frisch sanierte, historische Bauten an leer stehende Geschäftsräume und schmuddelige Fassaden. Darum die Idee der Arbeitsgruppe „Geschichte und Baugeschichte“, die Eigentümer der historischen Häuser hinsichtlich Finanzierung, also das Anzapfen von Fördertöpfen, und Farbkonzept zu beraten. Denn wenn die Lüneburger Straße mehr Touristen zum Verweilen einladen soll, dann müsste sich am gesamten Erscheinungsbild etwas tun.

Dr. Arnd Jenne, der seit einem Jahr als Professor am Suderburger Campus der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Handelsmanagement lehrt und zugleich eine Beratungsfirma inne hat, ging das Projekt „Konzept für Ebstorf“ grundsätzlicher an: „Es gibt viele Ebstorfs in dieser Region“, sagte er. Nachdem der Hamburger Architekt Holger Reiners aus Krankheitsgründen dem Klosterflecken nicht mehr als externer Ideengeber zur Verfügung stehen kann, übernimmt Jenne, der an anderer Stelle bereits mit dem Landkreis zusammenarbeitet, dessen Position. Auch Jenne wird ausschließlich für die Stunden bezahlt, die er für das Klosterflecken-Konzept investiert – und zwar pro Stunde. Die Dauer der Zusammenarbeit ist nicht festgesetzt. „Wir müssen umsetzungsorientiert arbeiten. Kleine, aber langfristige Schritte gehen, bei denen die Strukturen und nicht nur die äußere Verpackung angefasst werden“, erklärte Jenne seine Vorgehensweise. Ebstorfs Stärken sieht der Experte vor allem in der Weltkarte, der landschaftlichen Lage und den kurzen Wegen – alles Charakterzüge, die weiter herausgearbeitet werden könnten.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden nun von der Verwaltung zusammengefasst. Die Arbeitsgruppen treffen sich in vier bis sechs Wochen das nächste Mal, um an den ersten Ideen weiter zu feilen. Vor der Sommerpause wird es dann noch ein drittes Treffen geben. Wer sich in die Diskussion einbringen möchte, ist weiterhin willkommen. Weitere Informationen erteilt die Verwaltung.

Von Wiebke Brütt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare