Unternehmenssprecherin begründet Situation mit hohem Krankenstand und Planungsfehlern

Erixx kämpft in Uelzen und Ebstorf mit Zugausfällen

Die Anzeige auf dem Ebstorfer Bahnhof zeigt einen ausgefallenen Erixx-Zug an.
+
Immer wieder warten Fahrgäste vergeblich auf den Erixx wie hier in Ebstorf. Das Bahnunternehmen kämpft mit einem hohen Krankenstand und weiteren Problemen.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
    schließen

Zug fällt aus, Ersatzbus kommt - diese Meldung bekommen Fahrgäste in Uelzen und Ebstorf öfter angezeigt. Beim Erixx gibt es häufige Zugausfälle. Ein Hauptgrund: der hohe Krankenstand, aber auch Planungsfehler.

Ebstorf/Uelzen – Nieselregen auf dem Bahnhof in Ebstorf. Auf den Schienen ist es still. Weit und breit kein Zug an dem fast menschenleeren Bahnsteig. Dann plötzlich eine Durchsage: Der Erixx in Richtung Bremen fällt aus. Es ist bereits der zweite an diesem Vormittag. Die Information läuft auf der Anzeigetafel in Dauerschleife. „Wenn man schon mal mit der Bahn fährt“, schimpft die einzige Frau, die gewartet hat. Immerhin rollt einen Augenblick später ein Ersatzbus auf den kleinen Parkplatz. Eine Szene, die inzwischen zum Alltag auf der Erixx-Verbindung Uelzen-Soltau-Bremen gehört.

75 Prozent der Zugausfälle aufgrund fehlender Lokführer

Die Bahngesellschaft macht gar nicht den Versuch, das Problem kleinzureden. „Leider gibt es nicht das eine Problem. Seit längerem haben wir mit vielen einzelnen, kleineren Sorgen zu kämpfen, welche in Summe zu den Zugausfällen führen“, teilt Erixx-Sprecherin Heike Proß auf AZ-Nachfrage mit. Wie viele Züge im Oktober ausgefallen sind, kann sie nicht mitteilen, 75 Prozent der Ausfälle seien jedoch auf fehlende Lokführer zurückzuführen.

„Relativ viele Lokführersind derzeit krank. Einige längerfristig, andere kurz“, erklärt die Sprecherin. „Häufig ist es in den letzten Wochen passiert, dass die Krankmeldung so kurzfristig kam, dass es nicht möglich war, ersatzweise jemanden anderes zum Zug zu bringen.“ Die Lücken habe man auch mit der Bereitschaftsreserve nicht stopfen können. Als Gegenmaßnahme bildet die Bahngesellschaft nach eigenen Angaben regelmäßig Nachwuchs aus. Die Ausbildung zum Lokführer dauert jedoch neun Monate. „Es hilft also nur langfristig, nicht kurzfristig“, so Proß.

Erixx-Triebwagen sind unter anderem auf der Strecke Uelzen-Bremen unterwegs. Zum Fahrplanwechsel im Dezember übernimmt eine Bahn-Tochter die STrecke.

Fehler bei der Planung von Schichten und Diensten

Zudem habe das Unternehmen bei der Planung von Diensten und Schichten Fehler gemacht. Tarifverträge, Arbeitsschutz, Pausenzeiten, Standorte, Urlaub und weitere Gesichtspunkte machten diese Dienstplanung komplex. „Das alles muss natürlich zu den Fahrplänen passen. Und da sind uns in der Planung leider ein paar Fehler unterlaufen“, räumt die Sprecherin ein. „Das hat zur Folge, dass wir die kurzfristigen Krankmeldungen nicht so einfach ersetzen und ausgleichen können.“

Hinzu kommen nach ihrer Darstellung Baustellen auf der Strecke sowie Probleme mit defekten Triebwagen. Zwar gebe es Reservezüge, aber die Fahrzeugausstattung, die die Landesnahverkehrsgesellschaft zur Verfügung gestellt hat, sei insgesamt knapp. Bei Ausfällen setze Erixx Ersatzbusse ein. Minutenaktuelle Informationen gebe es auf dem Live-Fahrplan.

„Wir versichern unseren Fahrgästen, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Zugausfälle und Verspätungen bei Erixx zu beenden. Unsere Mitarbeiter in der Verkehrsplanung, in der Dispo und in der Leitstelle geben alles, damit wir fahren können“, betont die Sprecherin. Und das Unternehmen habe schon einiges erreicht: „Wir setzen Leihlokführer ein. Viele unserer Mitarbeiter machen freiwillig Überstunden. Und auch in der Werkstatt haben wir zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare