Planerin stellt Pläne für das Grünband Schwienau-Niederung vor / Bürger haben auch Bedenken

Ein kleiner Traum für Ebstorf

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Mit Fördermitteln von Bund und Land soll das „Grünband Schwienau-Niederung“ in Ebstorf schöner werden (im Uhrzeigersinn): Mühlenteich, Wiesenseebrücke, Brücke im Domänenpark, matschige Wege im Park, kanalisierte Schwienau. 

Ebstorf. Um so viel Grün könnten andere die Ebstorfer beneiden. Domänenpark, Wiesen in der Schwienau-Niederung, Mühlenteich, Wiesensee: Die Bewohner des Klosterfleckens haben reichlich Gelegenheit zu Spaziergängen. Allerdings ist auch die Unzufriedenheit groß.

Wege im Park sind derzeit wegen der Nässe unpassierbar. Brücken sind marode oder – wie die Seeparkbrücke – gesperrt. Und zwischen beiden Erholungsflächen gibt es keine direkte Wegeverbindung.

Das ist natürlich auch Lena Kallischko aufgefallen. Bei einer Informationsveranstaltung im Ebstorfer Rathaus stellte die Planerin vom Büro Cappel und Kranzhoff am Mittwoch den Bürgern eine Prioritätenliste mit Verbesserungen im Rahmen des Projekts „Grünband Schwienau-Niederung“ vor (AZ berichtete).

Lena Kallischko

So sollen Wege und Brücken erneuert, neue Bänke und Lampen aufgestellt werden. Der Domänenpark könnte als naturnahe Grünanlage für alle Generationen umgestaltet werden. Der Mühlenteich soll durch eine Umgestaltung des Stauwerks mehr Wasser erhalten. Zudem schlägt Lena Kallischko vor, an der Schwienau einen Verbindungsweg zwischen Mühlenteich und Wiesensee zu schaffen, ein Stück der kanalisierten Schwienau wieder zu renaturierenen und einen Weg auf der Ostseite des Sees zu schaffen, der teilweise als Bohlenweg angelegt werden könnte.

Die Gelegenheit ist günstig. Im Rahmen des Programms „Zukunft Stadtgrün“ könnte viel Geld für die Maßnahmen mit Gesamtkosten von 2,1 Millionen Euro fließen. „Es ist eine Drittelförderung“, erläuterte Lena Kallischko. „Ein Drittel zahlt der Bund, ein Drittel das Land, ein Drittel die Kommune.“ Das wäre eine Summe von 700 000 Euro, die der Klosterflecken aufbringen müsste. Allerdings nicht auf einen Schlag, denn die vorgestellten Maßnahmen können über einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren umgesetzt werden, wenn Ebstorf tatsächlich in das Förderprogramm aufgenommen wird. „Der Betrag ist gut eingesetzt, denn die Aufträge bleiben oft in der Region“, betonte Matthias Gunnemann, Prokurist des Sanierungsträgers Baubecon.

Aus Sicht von Bürgermeister Heiko Senking ist das Förderprogramm eine einmalige Gelegenheit, denn allein die Sanierung der Wiesenseebrücke koste 450 000 Euro: „Dann hätten wir schon die Hälfte im Sack, dadurch, dass wir die Brücke finanziert haben.“

Konstanze Decken

Die Bürger im vollen Ratssaal hörten sich die Vorschläge interessiert an, es gab aber durchaus Bedenken. „Das ist ein kleiner Traum. Aber was mir einfällt: Das Ganze muss auch gepflegt werden“, mahnte Zuhörerin Konstanze Decken. Derzeit würden die Anlagen im Klosterflecken kaum gepflegt. „So viel Geld, und nachher sieht’s aus wie jetzt.“

Von Gerhard Sternitzke

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