Ebstorfer Politiker lehnen CDU-Antrag ab / Aber: Besenderung und Vergrämung gefordert

Keine Angst vorm Wolf: Wald-Kita wird nicht verlegt

  • VonInes Bräutigam
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ib Ebstorf. Claudia Growitz, Leiterin der Ebstorfer Kindertagesstätten, musste am Montagabend an sich halten.

Sie war nämlich sauer: Der Antrag der CDU-Fraktion im Fleckenrat auf Verlegung des Waldkindergartens wegen einer vermeintlichen Gefährdung durch den Wolf habe sie schlichtweg „erschrocken“, sagte sie in der öffentlichen Ratssitzung.

„Wir konnten es gar nicht glauben“, sagte Growitz und sprach damit auch für ihre Kolleginnen und die Eltern, die ebenfalls zahlreich zur Ratssitzung erschienen waren. Schließlich habe man gerade erst (wie berichtet) mit Wolfsexperten zusammengesessen und sich versichern lassen, dass zurzeit keinerlei Handlungsbedarf besteht. „Es macht uns sprachlos und wütend, das man mit uns im Vorfeld nicht gesprochen hat“, warf Claudia Growitz der CDU im Hinblick auf den Antrag vor. Sie kritisierte die CDU-Aktion auch deswegen, weil auch eine große deutsche Boulevard-Zeitung das Thema aufgegriffen hatte; und mit deren Darstellung der Dinge sei man überhaupt nicht glücklich gewesen.

CDU-Fraktionschef Ulf Schmidt betonte allerdings, dass man es bei besagtem Antrag weder auf Populismus noch Panikmache angelegt habe. „Wir wollen nur Sicherheit, darum geht es uns“, stellte er vor dem Hintergrund mehrerer Wolfsrisse in den vergangenen Wochen rund um Ebstorf klar.

Die anderen Fraktionen im Rat sehen jedoch keine bedrohliche Situation und verlassen sich dabei auf die Einschätzung der Experten – den CDU-Antrag auf Verlegung des Waldkindergartens lehnten sie daher auch ab. „Das Thema Wolf wird im Landkreis zu sehr hoch gekocht“, befand außerdem Uwe Beecken (FBE).

Eine Resolution brachte der Ebstorfer Rat dann aber noch auf den Weg. In ihr wird vor allem die Besenderung und Vergrämung von Wölfen rund um Ebstorf gefordert sowie die Ausbildung von Fachleuten und die Weiterentwicklung des bestehenden Wolfsmonitorings. Auch sollten Problemwölfe, die sich Menschen bedrohlich nähern oder Weidetiere reißen, konsequent entnommen werden – insbesondere im Raum Ebstorf.

Rubriklistenbild: © dpa

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