Heiko Senking spricht im AZ-Interview über Gefahren beim Motorradfahren – aus Sicht eines Bikers

Kippen, Kiesel und Kurven

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Die Saison ist eröffnet: Sonnenwetter ist Biker-Wetter. Zu Pfingsten werden sie wieder auf den Straßen zu sehen sein.

Landkreis/Ebstorf. Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen und während auf den Bürgersteigen immer mehr kurze Hosen zu sehen sind, lockt das gute Wetter auch die freiluftliebenden Zweirad-Fans auf die Straßen.

Die Motorrad-Saison hat begonnen und gerade zu Pfingsten werden wieder Biker das lange Wochenende für ausgiebige Touren nutzen – immerhin soll es ja sonnig bleiben. AZ-Redakteurin Wiebke Brütt sprach mit Heiko Senking über die Freiluftsaison und ihre Gefahren für die Motorrad-Freunde.

AZ: Herr Senking, was sind aus Ihrer Sicht typische Gefahrensituationen, die zwischen Motorradfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern entstehen können?

Heiko Senking: Wenn Autofahrer Kolonnen überholen, kann es schnell gefährlich werden, weil manches Mal ein Mototrradfahrer dabei übersehen werden kann. Außerdem kann es brenzlig werden, wenn die Geschwindigkeit unterschätzt wird. Mototrradfahrer sind oft mit einer ordentichen Geschwindigkeit unterwegs – Autos unterschätzen das manches Mal und wollen trotzdem überholen.

Wie könnten solche Gefahrensituationen aus der Sicht eines Motorradfahrers im Vorfeld verhindert werden?

Wichtig ist, dass alle mit Licht fahren – Auto- und Motorradfahrer. So sind alle besser zu sehen. Und außerdem wäre es schön, wenn Autofahrer keine Zigarettenkippen aus dem Fenster schmeißen, wenn ein Mototrradfahrer hinter ihnen ist.

Das passiert?

Ja, und zwar nicht selten. Und man kann sich ja vorstellen, dass das nicht gerade toll ist.

Welche Umstände können Motorrad fahren auf der Straße noch gefährlich werden – abgesehen von den Kippen?

Sobald das Wetter besser wird, fängt der Landkreis an, überall Rollsplitt auf die Straßen zu bringen. Das birgt für uns Gefahren. Und auch die Beregnungsanlagen an den Straßenrändern... Wenn sie dicht an den Straßen stehen, können sich Lachen bilden. Wenn die vom Motorradfahrer nicht richtig gesehen oder falsch eingeschätzt werden, kann es gefährlich werden. Außerdem sind die Straßen im Kreis zum Teil in einem desolaten Zustand – das gefällt keinem Verkehrsteilnehmer.

Aber das Unfallrisiko entsteht für Biker ja nicht nur durch die äußeren Bedingungen oder andere Verkehrsteilnehmer.

Nein. Motorradfahren ist einfach gefährlich, das ist klar. Und jeder ist selber dafür verantwortlich wie, wie schnell und auf was für einer Maschine er fährt. Grundsätzlich müssen alle aufeinander Rücksicht nehmen und aufeinander achten. Wir haben natürlich die Geschwindigkeit in der Hand – viel mehr Möglichkeiten haben wir neben unserer Schutzbekleidung und den Helmen nicht, uns zu schützen. Da müssen wir uns auf die anderen Verkehrsteilnehmer verlassen. An dem Spruch ist schon etwas dran: Motorradfahrer töten nicht, sie werden getötet.

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