Ebstorf: Familienausschuss empfiehlt 6,5 Prozent höhere Elternbeiträge für Kindergarten und Krippe

Kinderbetreuung wird teurer

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Bei Wind und Wetter draußen: Im Waldkindergarten Ebstorf steht auch im Winter der Spaß im Vordergrund.

Ebstorf. Die Kinderbetreuung im Klosterflecken Ebstorf wird teurer. Derzeit trägt der Flecken Ebstorf weit über 50 Prozent der Kosten für Krippen- und Kindergartenplätze – das entsprach allein im Jahr 2011 mehr als 400 000 Euro.

Eltern und Land übernehmen derzeit gemeinsam die anderen 50 Prozent. Ein Verhältnis, das die Gemeinde nicht mehr leisten kann. Eigentlich sollte die Finanzierung der Kindertageseinrichtungen jeweils zu einem Drittel auf die Schultern von Eltern, Gemeinde und Land verteilt werden. Nach langer Diskussion empfahl der Familienausschuss des Klosterfleckens nun, die Elternbeiträge für alle Kindergärten, also die DRK-Haus- und Waldgruppe, sowie die Krippe um jeweils 6,5 Prozent zum Januar 2012 anzuheben. Bevor dieser Vorschlag umgesetzt werden kann, muss er aber noch vom Verwaltungsausschuss bestätigt werden.

Die Verwaltung hatte sich eigentlich eine andere Gebührenvariante überlegt. Der Vorschlag: zehnprozentige Erhöhung für die Plätze der DRK-Krippe an der Ebstorfer Fischerstraße sowie die beiden Waldkindergärten. Die Elternbeiträge für die Plätze des Kindergartens am Domänenplatz sollten laut Verwaltungsvorlage nur um fünf Prozent steigen. Die Begründung für die vermeintlich ungleiche Verteilung: Im Waldkindergarten sind die Personalkosten um ein Vielfachers höher. Denn während im Wald maximal 15 Kinder für jede Gruppe zugelassen sind, betreut die gleiche Personalanzahl in den Hausgruppen zehn Kinder mehr. Das Personal schlägt immerhin mit 80 Prozent bei den Gesamtkosten für eine Kindertageseinrichtung zu Buche. „Zudem haben wir nicht mehr vollständig besetzte Gruppen, was die Finanzierung wieder beeinträchtigt“, erklärte Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf. „Wir werden uns darum im nächsten Jahr ohnehin Gedanken machen müssen, ob wir alle bestehenden Leistungen auch im kommenden Kindergartenjahr vorhalten können oder ob Einrichtungen zusammengefasst werden. Die Kinderzahlen fallen.“ Für 2011 liegen derzeit noch keine Zahlen vor, von 2009 bis 2010 sind die Zahlen der Kinder, die in den Einrichtungen betreut werden jedoch um etwa vier Prozent gesunken. Oeltorf: „Außerdem haben wir im letzten Jahr darauf verzichtet, die Beiträge anzuheben, obwohl eine kontinuierliche Anpassung um 2,5 Prozent im Jahr in der letzten Wahlperiode beschlossen wurde.“ Ein weiterer Punkt: Ebstorf ist durch den Zukunftsvertrag, den sie im Rahmen der Fusion mit der Samtgemeinde Bevensen abgeschlossen hat, dazu verpflichtet, Schulden abzubauen.

Trotz dieser Begründung mochten sich weder Politik noch Elternvertretung mit dem Verwaltungsvorschlag anfreunden. „Im Wald ist die Elternschaft bereits mit höheren Kosten gebeutelt, weil die Kinder beispielsweise das Essen von zu Hause mitbekommen“, kritisierte Petra Dietrich, Elternvertreterin des Waldkindergarten I. „Und für ihr Engagement sollen diese Eltern nun mit einer Beitragserhöhung von zehn Prozent belohnt werden. Das ist ungerecht. Alle sollten gleich behandelt werden.“ Argumente, die die Politiker überzeugten: Bei vier Ja-Stimmen empfahlen sie die 6,5-prozentige Erhöhung für alle Betreuungsplätze.

Von Wiebke Brütt

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