Eltern sind verunsichert über Kita / Gemeindedirektor: Umbau der Bodwede-Schule gesichert

Kinder sollen im Sommer einziehen

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Das sieht nach Arbeit aus: In den Erdgeschossräumen der Ebstorfer Bodwede-Schule war zuletzt die Kleiderkammer untergebracht. Nun soll hier eine Kita eingerichtet werden.

Ebstorf. Ohne Haushalt keine Investitionen. Das ist die Situation in Ebstorf, nachdem der Rat den Beschluss über den Haushalt 2018 vertagt hat (AZ berichtete). Seitdem ist die Aufregung unter den Eltern groß.

Die zukünftige Kita liegt gleich neben dem DRK-Kindergarten.

Wird der Klosterflecken den beschlossenen Umbau der ehemaligen Bodwede-Schule in eine Kindertagesstätte rechtzeitig umsetzen können? Und ist dadurch die Aufnahme ihrer Kinder in Gefahr? Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf sieht sich jetzt genötigt, die Wogen zu glätten. „Die Entscheidung des Rates zum Haushalt hat eine enorme Unsicherheit bei den Eltern erzeugt“, betont Oelstorf und stellt klar: „Wir sind aber trotz des unverständlichen Verhaltens des Rates auf einem guten Weg, diese Maßnahme noch zeitgerecht umzusetzen.“

Die ehemalige Schule wurde 1835 als Beamtenhaus gebaut.

Bis zum Beginn des nächsten Kindergartenjahrs im August soll das Fachwerkgebäude so umgebaut sein, dass eine kleine Krippengruppe mit bis zu 15 Kindern und eine Zehner-Kindergartengruppe Platz finden. Kostenpunkt der Baumaßnahme: eine halbe Million Euro. Nach der Schließung der Förderschule im Jahr 2014 hatte der Flecken zunächst versucht, das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1835 zu verkaufen. Doch ein Käufer fand sich zunächst nicht. Stattdessen wurde es in der Krippe Fischerstraße immer enger. Zurzeit betreibt der Flecken dort eine vierte Gruppe im Bewegungsraum. „Übergangsweise duldet das die Landesschulbehörde. Das ist aber kein Dauerzustand“, mahnt Oelstorf. Und die Zahl der Anmeldungen werde eher noch steigen.

Der Gemeindedirektor hat deshalb – mit Genehmigung der Kommunalaufsicht – dafür gesorgt, dass es weitergeht und nach Weihnachten den Planungsauftrag an einen Architekten aus Walsrode vergeben. Möglich macht das ein Haushaltsrest aus dem Vorjahr. Für die Kita werden zwei Klassenräume im 150 Quadratmeter großen Erdgeschoss erweitert. Kindgerechte Sanitäranlagen werden eingebaut, einige Türen und Fenster ausgetauscht und das Dach isoliert. Im Obergeschoss ist unter anderem für einen Personalraum Platz.

Zuschüsse von Land und Landkreis über knapp die Hälfte der Kosten sind bereits zugesagt. Oelstorf hofft zudem auf weitere Mittel im Rahmen des Sanierungsgebiets Klosterquartier.

Ursprünglich hatte der Fleckenrat einen Neubau im Baugebiet favorisiert – und wieder verworfen. „Zum einen ist das nicht so schnell umsetzbar, zum anderen teurer“, erklärt der Gemeindedirektor. Außerdem liegt die Bodwede-Schule direkt neben dem Kindergarten.

Eine Schadstoffanalyse hat lediglich eine geringe Belastung mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und sogenanntem „weißem“ Asbest ergeben. Kein Problem, sagt Gemeindedirektor Oelstorf. „Das wird dichtgemacht.“

Wie schnell der Umbau der ehemaligen Förderschule tatsächlich über die Bühne geht, ist offen. „Das hängt aber auch von der Auftragslage der Planer und der dann zu beauftragenden Betriebe ab“, so Oelstorf, „und natürlich von den weiteren Entscheidungen der Politik.“

Von Gerhard Sternitzke

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