Ein Keller voller Geschichte

Künftig hat Samtgemeindearchivar Manfred Schmidt in seinem Büro auch Platz zum Arbeiten – bisher lagerten hier bis ans Fensterbrett gestapelt Akten und Unterlagen.

Ebstorf - Von Wiebke Brütt. 150 Kartons voller Geschichte – diesen Schatz hat Manfred Schmidt unter seinen Fittichen. Und gestern traten die Unterlagen über das Alte Amt Ebstorf gemeinsam mit ihm die Reise zu ihrem künftigen Bestimmungsort an: vom zweiten Stock des Ebstorfer Rathauses in den Keller. Denn hier wurde in einem frisch renovierten Raum das neue Archivlager eingerichtet.

Mit Regalen wurde der Raum bereits am 1. Oktober ausgestattet – nun folgte der geschichts-trächtige Inhalt. Bisher musste Schmidt für die Lagerung und Bearbeitung der Bestände mit einem Büroraum vorlieb nehmen. „Zum Teil musste ich acht bis zehn Kartons übereinanderstapeln – normal sollen maximal drei aufeinander stehen“, berichtet Schmidt über seine bisherigen Arbeitsbedingungen. Denn nicht nur für die Verwahrung der Materialien ist der Archivar zuständig.

Da er 2008 begann, ein Archiv für die Samtgemeinde aufzubauen – vorher existierten lediglich ungeordnete Akten – ist er stetig mit dem Sortieren und vor allem Verwaltung der Bestände beschäftigt. „Ich weiß es noch genau, da ging Herr Wendt mit mir in den Keller und zeigte mir die ersten Unterlagen – völlig verstaubte und versandete Materialien.“ Alles, was ihm fürs Archiv übergeben wurde, musste er zunächst in seinem Büroraum oder später dann „überall, wo Platz war“ zwischenlagern – ein Provisorium, dem gestern ein Ende gesetzt werden konnte.

Gemeinsam mit seinen ehrenamtlichen Helfern Detlef Seifert, Walter Rieckmann und Dieter Rühlow brachte der Samtgemeindearchivar die ins digitale Archivierung-System „AIDA“ eingepflegten Papiere – die zum Teil bis 1740 zurückreichen – an ihren neuen Standort. „Außerdem haben wir vorläufig verpackte Archivalien, Rohmaterialien wie Kartons, Mappen, diverse Zeichenmappen von DIN A4 bis DIN A0, eine noch nicht sortierte Plakatesammlung und Ausstellungsunterlagen in den neuen Raum gebracht“, erklärt der Samtgemeindearchivar.

Etwa 98 Prozent der 150 Archivkartons befassen sich mit der Geschichte des Klosterfleckens Ebstorf – die gesamten Materialien aus den vier anderen Mitgliedsgemeinden passen in einen einzigen Karton. Kommendes Jahr hofft Schmidt, das Verzeichnis über seinen gesamten Bestand öffentlich auslegen und ins Internet stellen zu können. Wer ihn in seiner Arbeit unterstützen möchte, ist herzlich willkommen.

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