Was hilft gegen Raser in 30er-Zonen?

Keine Genehmigung für Haifischzähne in Ebstorf

Das Straßenverkehrsamt gibt keine Genehmigung für Haifischzähne in Ebstorfer Tempo-30-Zonen. Die Polizei rät zu baulichen Maßnahmen.
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Das Straßenverkehrsamt gibt keine Genehmigung für Haifischzähne in Ebstorfer Tempo-30-Zonen. Die Polizei rät zu baulichen Maßnahmen.

Ebstorf – Was tun, um Autofahrer in den Tempo-30-Zonen zu bremsen? Der Ebstorfer Rat hat bereits beschlossen, Fahrbahnmarkierungen anzubringen, um die Verkehrsteilnehmer an die Rechts-vor-Links-Regelung zu erinnern: sogenannte Haifischzähne (AZ berichtete).

Umgesetzt wurde die Maßnahme noch nicht. Und im Bauausschuss am Donnerstag wurde deutlich, dass es hierfür auch keine Genehmigung gibt, denn der Gesetzgeber hat die Markierung in diesem Jahr zum offiziellen Verkehrszeichen erhoben.

Matthias Schild, Leiter des Straßenverkehrsamts beim Landkreis, macht es kurz. Verkehrszeichen werden laut Straßenverkehrsordnung nur dann angeordnet, wenn sie zwingend erforderlich sind. „Rechts vor Links ist eine grundlegende Regel der Straßenverkehrsordnung“, stellt Schild klar. „Es gibt keine Notwendigkeit, das mit einem Verkehrszeichen zu markieren.“

„Die Erfahrung der Ebstorfer ist, dass bei den Straßen, die gerade durchgehen, relativ schnell gefahren wird“, wendet Gemeindedirektor Hans-Peter Hauschild (SPD) ein. Allein an der Kreuzung Uelzener Straße/Weinbergstraße habe er drei Unfälle miterlebt. „Weil sich die Fahrzeugführer noch nicht daran gewöhnt haben oder davon ausgehen, dass aus den kleinen Straßen keiner kommt.“ Auch Stefan Gust-von Loh schildert gefährliche Situationen auf der Fischerstraße an der Oberschule.

„Das ist eine Tempo-30-Zone, die seit elf Jahren gilt“, hält Schild dagegen. „Tempo 30 funktioniert nicht, weil die Gemeinde nichts baulich geändert hat“, stellt Andreas Dobslaw, Verkehrssicherheitsberater der Polizei und Vorsitzender der Unfallkommission, klar. „Dann muss man die Fahrbahn einengen. Wenn Sie etwas erreichen wollen, dann bauen Sie die innerörtlichen Autobahnen zurück!“ Dafür gebe es auch günstige Lösungen, etwa Pflanzkübel oder Schwellen. Eine Maßnahme, den Verkehr zu verlangsamen, seien auch Autos, die auf der Straße geparkt werden. Die Haifischzähne hätten sich in der Praxis als wirkungslos herausgestellt.

Der Fleckenrat muss die Behördenentscheidung akzeptieren. „Was nutzt es, wenn die Verkehrsbehörde es ablehnt“, sagt Tekin Aras (SPD). „Es ist eben so.“ „Wir haben einen Beschluss gefasst, der leider nicht mehr umsetzbar ist“, meint auch Jens Ziegeler (UWG). Welche Baumaßnahmen möglich sind, soll nun in den Fraktionen und in einer interfraktionellen Sitzung beraten werden.

Bereits vorhandene Haifischzahn-Markierungen wie in Westerweye brauchen nicht beseitigt zu werden, erklärt Behördenleiter Schild.

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