Erste Programmpunkte für 1200 Jahre Ebstorf stehen

Kein Hindernis für ein großes Fest in Ebstorf

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An einer Furt soll Bischof Ebo auf dem Weg zu den heidnischen Normannen 817 eine Kapelle gegründet haben. Das kann nur an der Altenebstorfer Brücke über die Schwienau gewesen sein, meint Beecken.

Ebstorf. Uwe Beecken bleibt dabei: 2017 feiert Ebstorf seinen 1200. Geburtstag. Zwar wurde bei Recherchen keine urkundliche Nachricht gefunden, die das Jahr 817 bestätigt, aber der Bürgermeister lässt sich davon nicht beeindrucken.

Bürgermeister Uwe Beecken lässt sich die 1200-Jahr-Feier nicht madig machen.

Zwei ältere Bücher, in denen er die Jahreszahl gefunden hat, reichen ihm aus. Am heutigen Montag werden im Fleckenrat Eckpunkte des Festprogramms vorgestellt. „Der Termin steht, den lass’ ich mir nicht madig machen“, sagt Beecken bestimmt. „Ich hab’ schon Jahresfeiern gesehen, die haben sich auf ein angekohltes Stück Holz berufen.“ Im Jahr 817 soll Ebo von Reims, Bischof in Hildesheim, gen Norden gewandert sein, um die Normannen zu missionieren. An einer Furt habe er eine Kapelle erbaut. Der Ort sei dann nach dem Bischof benannt worden: Dorf des Ebo. Gemeint sei natürlich Altenebstorf, erklärt der Bürgermeister. Dort, wo jetzt Autos die Brücke über die Schwienau befahren, müsse diese Furt zu suchen sein.

Allerdings wurde Ebo laut Wikipedia erst 844 oder 845 Bischof von Hildesheim. „Es gibt keine Zeitzeugen, es gibt keine schriftlichen Unterlagen“, kommentiert Beecken. Auch Fundamente der Kapelle sind noch nicht zum Vorschein gekommen. Bislang galt das Jahr 880 als erste Erwähnung des Klosterfleckens, das Jahr der Normannenschlacht bei Ebbekestorpe. Das Kloster wurde erst 1160 gegründet.

Fest steht: Die Ebstorfer wollen das ganze Jahr feiern –zwölf Jahrhunderte, zwölf Monate – jeden Monat eine Veranstaltung. Schirmherr ist laut Beecken der Klosterkammerpräsident Hans-Christian Biallas. Dass gefeiert wird, dafür hat sich auch der Fleckenrat bereits grundsätzlich ausgesprochen.

Die Fraktionsvorsitzenden haben inzwischen einige Programmpunkte zusammengestellt: Los geht es im Januar 2017 mit einer plattdeutschen Veranstaltung. Im Februar bringt das Jahrmarkttheater, von den Freiluft-Abenden in Wettenbostel bekannt, ein Ebstorf-Stück auf die Bühne. Die Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft stellt im April die Brüggerfeld-Sause mit Gewerbeschau auf die Beine. Das eigentliche Jubiläum 1200 Jahre Ebstorf wird im September gefeiert. Den Abschluss des Veranstaltungsjahrs 2017 bildet ein historischer Weihnachtsmarkt.

Den Vereinen wurde die Planung bereits am vergangenen Montag vorgestellt. Sie können sich mit weiteren Terminen einbringen. So organisiert die Urlaubsregion den Weihnachtsmarkt.

Der Ebstorfer Fleckenrat tagt heute, Montag, 21. September, ab 19 Uhr im Ratssaal des Ebstorfer Rathaus.

Von Gerhard Sternitzke

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