Jugendliches Seniorencafé?

In einem leer stehenden Laden an der Lüneburger Straße in Ebstorf könnte ein Seniorencafé entstehen – so zumindest die Idee von Heiko Senking. Foto: Ph. Schulze

Ebstorf. Eine Anlaufstelle für Jugendliche und Senioren gleichermaßen könnte in der Lüneburger Straße in Ebstorf entstehen. In einem Seniorencafé möchte Heiko Senking von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Ebstorf (UWE) die Generationen unter einem Dach vereinen.

„Ich könnte mir vorstellen, dass der Laden zwei bis drei Stunden am Tag geöffnet ist“, erklärt Senking. Am Verkaufstresen sieht der Politiker vor allem Jugendliche. „So würde der Ortskern durch den Laden belebt werden, Heranwachsende könnten Erfahrungen sammeln und sich einbringen.“

Bei der Umsetzung seiner Ideen möchte Senking das Mehrgenerationenhaus (MGH) und die Sozialpädagogen der Ebstorfer Schulen mit ins Boot nehmen. Diese Partner könnten den Kontakt zu jungen Leuten herstellen und sich zudem bei der Gründung einer „Schülerfirma“ einbringen – denn die wäre ein Modell, was sich Senking für das Seniorencafé vorstellen könnte.

Angeboten werden sollen neben Produkten der täglichen Grundversorgung auch Dekorationsartikel. Senking: „Auch Landwirte aus der Region könnten hier eine Plattform bekommen und ihre Produkte anbieten.“ Zudem plant Senking einen Cafébetrieb – alles abgestimmt auf die Bedürfnisse der „älteren Semester“.

Er knüpft damit an die Idee eines Nahversorgungszentrums für Senioren an, das die Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) vergangenes Jahr ins Spiel brachte (die AZ berichtete) und erweitert dieses. Denn kombiniert wird das Nahversorgerkonzept zudem mit einer Art „Ehrenamtsbörse“. „Viele ältere Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Jugendliche könnten zum Beispiel anbieten, für ein paar Euro den Rasen zu mähen“, erklärt er. Auch „Vorleser“ oder „Taschenträger“ könnten über das Seniorencafé vermittelt werden.

„Die Frage ist natürlich, ob ich mein Konzept im Rat durchbringen kann. Für die Anmietung des Ladens brauche ich ja eine Mehrheit“, erklärt der UWE-Fraktionsvorsitzende. Schließlich müssten Ladenmiete und Verkäufer bezahlt werden. Inwieweit Fördergelder für Senkings Seniorencafé zur Verfügung stehen würden, prüft er derzeit noch. „Mein Konzept steht und ich würde es gerne zeitnah abwickeln – und wenn auch erstmal für ein Jahr als Pilotprojekt.“

Von Wiebke Brütt

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