Jubiläum auch ohne urkundlichen Nachweis

Ebstorfer feiern 1200-jähriges Bestehen – auf Verdacht

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Das altehrwürdige Kloster ist der historische Mittelpunkt Ebstorfs.

Ebstorf. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Und wenn sie nicht ganz von allein fallen wollen, dann muss man eben auch mal ein bisschen nachhelfen. Und so werden die Ebstorfer im nächsten Jahr auch das 1200-jährige Bestehen ihres Klosterfleckens feiern.

Auch wenn es dazu weder einen urkundlichen noch sonst wie wasserdichten Nachweis gibt. „Aber es gibt viele Hinweise“, sagt Ebstorfs Bürgermeister Uwe Beecken, und fast ein bisschen trotzig fügt er an: „Und ich hab’ mit dem Datum keine Probleme.“

Weder Nachforschungen im Vatikan noch im Landesarchiv haben stichhaltige Beweise dafür geliefert, dass der Klosterflecken im kommenden Jahr seinen 1200. Geburtstag feiern kann. Doch eine Notiz in einem kleinen Oktavheft, das Beecken einmal im Kloster in den Händen hielt, habe einen Hinweis enthalten, der auf Ebstorfs rundes Jubiläum schließen lasse.

Auch für Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf spricht einiges dafür, dass die geplanten Feierlichkeiten berechtigt sind. Hinweise auf eine Siedlung zur Bronzezeit im Bobenwald, im Jahr 880 die Schlacht zwischen Sachsen und Normannen bei Ebbekestorpe (Ebstorf) und die daraus resultierende 1000-Jahr-Feier im Jahr 1880, aus deren Anlass zwei Kronleuchter aufgehängt wurden, die noch heute das Ebstorfer Kloster zieren, zählt der Gemeindedirektor unter anderem auf. Er will es aber vorsichtig formulieren: „Die Idee für die Feierlichkeiten ist: ,Wir sind im 12. Jahrhundert’...“

Und so ist das Rahmenprogramm für nächstes Jahr bereits in trockenen Tüchern. Über das ganze Jahr hinweg sollen Veranstaltungen laufen, einmal im Monat eine ganz große. Der Haupt-Festakt soll im September sein, Ebstorfer Vereine werden beteiligt, die ersten Verträge mit – teils namhaften – Künstlern sind geschlossen und der Präsident der Klosterkammer Hannover, Hans-Christian Biallas, hat die Schirmherrschaft übernommen. Fehlt nur noch ein treffender Slogan, unter den das Festjahr gestellt wird.

„Ebstorf – lebenswert“ oder so ähnlich könnte er lauten, sprechen Bürgermeister Beecken und Gemeindedirektor Oelstorf ins Unreine. Als Vorbild schwebt ihnen so etwas wie „Lüneburg – jahr1000-stark“ aus der benachbarten Salzstadt vor. Eine wirklich zündende Idee hatte bislang aber noch niemand.

Deshalb sind jetzt die Ebstorfer Bürger nun gefragt. Sie sind dazu aufgerufen, ab sofort ihre Vorschläge für einen Slogan anlässlich der geplanten 1200-Jahr-Feiern einzureichen – und zwar per E-Mail an folgende Adresse: b.senking@ bevensen-ebstorf.de. Die drei besten Vorschläge sollen dann auch prämiert werden.

Von Ines Bräutigam

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