Investition in unsicherer Zeit

Missionarisches Zentrum Hanstedt plant Umbau trotz Corona-Pandemie

Das alte Pfarrhaus soll von Grund auf saniert werden, um Platz für Übernachtungsgäste des Missionarischen Zentrums zu bieten. Auch ein Garten Fotos: Bieling
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Das alte Pfarrhaus soll von Grund auf saniert werden, um Platz für Übernachtungsgäste des Missionarischen Zentrums zu bieten. Auch ein Garten zum Verweilen gehört dann zur Anlage, berichtet Andreas Tuttas.

Hanstedt I – Corona brachte viele Herausforderungen mit sich. Dass schwierige Zeiten aber auch Chancen bieten, will das Missionarische Zentrum in Hanstedt I beweisen.

Dabei sah man sich im Zentrum selbst mit einigen Herausforderungen konfrontiert, wie Andreas Tuttas, Leiter des Tagungshauses, erklärt. Im Gebäude ist eine achtköpfige Hausgemeinde aus Freiwilligen untergebracht, die sich im Freiwilligen Sozialen Jahr oder im Bundesfreiwilligendienst befinden. Diese kümmert sich ums Haus, aber auch um die Gäste, die häufig im Rahmen von Konfirmationsfreizeiten ins Zentrum kommen. Aufgrund der Corona-Krise riss die Gästezahl aber schlagartig ab. „Wir arbeiten hier mit Menschen für Menschen“, so Tuttas. „Die ganze Sinnhaftigkeit ist ja weg, wenn keine Gäste kommen.“

Fünf bis sechs Gäste werden bisher in den Zimmern auf zu engem Raum untergebracht, wie Tuttas findet.

Auch der wirtschaftliche Faktor wurde zur Herausforderung, denn während die Einnahmen durch Übernachtungen wegbrachen, liefen die Fixkosten weiter. So kam es, dass Tuttas Briefe mit der Bitte um Spenden schrieb und auch ehemalige Mitglieder der Hausgemeinde einen Aufruf per Video starteten.

Rund 56 000 Euro konnten so gesammelt werden. Von dieser Hilfsbereitschaft zeigt sich Tuttas gerührt: „Das ist nicht nur Geld. Das sind Menschen, die sagen: ,Wir wollen, dass es euch gibt.’“

Aufgrund der positiven Resonanz entschloss man sich dazu, trotz aller Unsicherheit an den geplanten Umbaumaßnahmen festzuhalten. „Es ist alles in die Jahre gekommen“, meint Tuttas.

In einem ersten Abschnitt soll nun noch in diesem Sommer mit dem Bau eines neuen Pfarrhauses begonnen werden, damit nach Fertigstellung das alte saniert werden und in den Betrieb des Missionarischen Zentrums übergehen kann. Hier sollen dann zwölf neue Gästezimmer entstehen, während der bisherige Gästetrakt der Hausgemeinde zur Verfügung gestellt werden soll. Deren bisheriger Wohnraum soll dann zu Sozial- und Verwaltungsräumen umgewandelt werden. Alle baulichen Maßnahmen werden dabei in verschiedene Abschnitte aufgeteilt, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten.

Zu wenig Platz, zu veraltet, zu hellhörig, zu wenige Waschräume, nicht jugendgemäß: Die Liste, mit der Andreas Tuttas die Notwendigkeit der geplanten Arbeiten begründet, ist lang. Rund drei Millionen Euro will sich das Zentrum die Maßnahmen kosten lassen, wobei die endgültige Planung von der Höhe der bei der Landeskirche beantragten Fördermittel abhängt, über die im Herbst entschieden wird. Aufgrund der aktuellen Lage sei das Bauprojekt nach Menschenverstand nicht verantwortbar, räumt Tuttas ein. Die bisherige Resonanz gebe aber Hoffnung: „Corona ist eine Herausforderung, aber auch eine große Chance.“ VON DANIEL BIELING

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