Anmeldungen übersteigen das Platzangebot: Kinderbetreuung in Ebstorf wird neu organisiert

Integrationsgruppe wird aufgelöst

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Die Kinderbetreuung in Ebstorf wird neu strukturiert: Betreuungsgruppen werden neu zusammengestellt, eine Zehner-Gruppe wird neu geschaffen, damit kurzfristig dem großem Bedarf an Kindergartenplätzen nachgekommen werden kann.

Ebstorf. „Wir haben viel zu viele Anmeldungen für viel zu wenig Plätze. “ So bringt Katrin Wiese die aktuelle Situation in der Kinderbetreuung in Ebstorf auf den Punkt.

Den zum 1. August 23 freien Betreuungsplätzen stehen ganz genau doppelt so viele Anmeldungen gegenüber – insgesamt fehlen acht Ganztagsplätze und 15 Vormittagsplätze.

Weil der Ebstorfer Kindergarten damit aus allen Nähten platzt, hat die Bereichsleiterin Kinder, Jugend, Familie und Soziales beim DRK-Kreisverband der Politik vorgeschlagen, bestehende Kindergartengruppen umzustrukturieren und auch eine neue Gruppe zu schaffen. Der Familienausschuss des Klosterfleckens ist diesem Vorschlag in seiner jüngsten Sitzung gefolgt.

So soll nun erst einmal eine der zwei bestehenden Integrationsgruppen auf „normalen“ Betrieb umgestellt werden, kündigt Katrin Wiese auf AZ-Nachfrage an. Die Integrationsgruppe ist für 18 Kinder – vier davon mit Integrationsbedarf – ausgelegt. Im Zuge der Neustrukturierungen würden eine Integrationsgruppe sowie eine Vormittagsgruppe mit 15 Plätzen und eine Ganztagsgruppe mit zehn Plätzen entstehen. Hinzu käme, so Wiese, eine weitere Zehner-Gruppe für die Vormittagsbetreuung. „Damit gewinnen wir zusätzliche elf Vormittagsplätze und zehn Ganztagsplätze zum 1. August“, erklärt Katrin Wiese. Mit dem Einzug in die ehemalige Bodwedeschule – wie berichtet, ist hier eine Kindergartenerweiterung vorgesehen – würden langfristig weitere 14 Kindergartenplätze entstehen.

Summasummarum sieht die Betreuungssituation in Ebstorf dann so aus: „Derzeit haben wir 115 Plätze, zum 1. August werden es 132 sein“, sagt Katrin Wiese. Die beiden Waldkindergartengruppen sind dabei mit eingerechnet, allerdings erfüllen sie nicht den Rechtsanspruch, den Eltern auf einen Kindergartenplatz haben. Durch die Umstellung werden vier Integrationsplätze weniger vorgehalten als bisher.

Eine Unwägbarkeit gibt es derzeit allerdings noch: Die neue Zehner-Ganztagsgruppe brauche noch ein Domizil, so Wiese. Denn: „In der Kita ist kein Platz.“ Derzeit liefen noch Verhandlungen, sagt die DRK-Bereichsleiterin. Möglicherweise gebe es eine Lösung im Mehrgenerationenhaus – das vom DRK betrieben wird.

Während die Nachfrage nach regulären Betreuungsplätzen derzeit die Möglichkeiten sprengt, sieht es bei der Ferienbetreuung in Ebstorf ganz anders aus: Für die dreiwöchige Schließzeit hätten sich in diesem Jahr ausgesprochen wenig Kinder angemeldet, hatte die Verwaltung die Mitglieder des Familienausschusses informiert. Deshalb wird es in diesem Jahr auch keine Ferienbetreuung geben.

Fünf Kinder, zeitweise maximal sieben, seien zur Ferienbetreuung angemeldet worden, schildert Katrin Wiese die Situation. Und erfahrungsgemäß kämen oft nicht mal alle angemeldeten Kinder. Dem gegenüber steht ein Personaleinsatz, der für die drei Wochen rund 4000 Euro kosten würde. Die Entscheidung des Fachausschusses, die Ferienbetreuung in diesem Jahr nicht anzubieten, sei durchweg nachvollziehbar. „Das ist nicht wirtschaftlich.“

Von Ines Bräutigam

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