Gemeindedirektor Oelstorf fordert ganzheitliches Konzept für Tourismus, Wirtschaft und Leben im Klosterflecken

Ideen der Ebstorfer gefragt

Ebstorf hat viele Gesichter – künftig soll auch das Ortsbild aus einem Guss sein: In der Lüneburger Straße, mitten im Ortskern, stehen derzeit frisch sanierte Fachwerkhäuser.

Ebstorf. Der Klosterflecken sagt seinen „Schmuddelecken“ den Kampf an. Leer stehende Geschäftsräume und heruntergekommene Gebäude, die derzeit noch Teile des Ortskerns prägen, sollen künftig der Vergangenheit angehören.

Damit das gelingt, hat sich Ebstorfs Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf Verstärkung geordert. Der Hamburger Architekt und Autor Holger Reiners soll Verwaltung, Politik und Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bei dem Projekt „Gesamtkonzept für Ebstorf“ unter die Arme greifen. Und auch die Ideen der Öffentlichkeit sind gefragt.

Bereits im Sommer hatte es erste Gespräche zwischen der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, der EWG und dem Klosterflecken Ebstorf gegeben. Im Verwaltungsausschuss einigte man sich schließlich darauf, einen externen Koordinator hinzuzuziehen. Holger Reiners soll mit frischen Ideen für Ebstorf punkten. „Es war uns wichtig, nicht mit einer Firma zusammenzuarbeiten, die am Ende nur das eigene Auftragsvolumen im Sinn hat“, erklärt Oelstorf. „Herr Reiners hat ein persönliches Interesse an Ebstorf, der besonderen Infrastruktur und dem Klosterquartier.“ Zudem sei die Beratung durch den Hamburger eine kostengünstige Variante, bei der sich der Flecken auf keine Kooperations-Dauer festlegt.

Ein konkretes Konzept, wie Ebstorf touristisch sowie wirtschaftlich interessanter werden kann und die Wohnqualität im Klosterflecken steigt, ist noch nicht entstanden – denn erklärtes Ziel ist es, gemeinsam mit Ebstorfs Einwohnern die Zukunft der Gemeinde zu gestalten. „Wichtig ist, dass die Maßnahmen nachhaltig sind und von der Gemeinschaft akzeptiert und mitgetragen werden“, betont Oelstorf. Darum nimmt er nun die Ebstorfer mit ins Boot. Am 1. Februar sind Interessierte in die Turnhalle der Mauritiusschule eingeladen. Ab 19 Uhr möchte der Gemeindedirektor über erste Ideen informieren aber auch – und das vor allem – Vorschläge aus Ebstorfs Mitte hören. Gedacht ist dieses Treffen als Auftaktveranstaltung eines groß angelegten Projektes. Dieser erste Termin dient der Ideensammlung. Zudem soll ein Zeitplan aufgestellt und verschiedene Arbeitsgruppen gebildet werden.

Die demografische Entwicklung und Ladenleerstände sind nur zwei Gründe, die aus Sicht des Verwaltungschefs zum Handeln auffordern. Wie kann Ebstorf wirksam für sich werben? Wie können vorhandene Potenziale des Klosterfleckens sinnvoll genutzt und weiterentwickelt werden? Angedacht wurden bereits gemeinsame Projekte von Politik, Verwaltung, Eigentümern, Einzelhändlern, Gewerbetreibenden sowie Vereinen und Verbände. „Wir können uns nicht leisten, uns nur auf eine Gruppe zu konzentrieren. Wir brauchen ein ganzheitliches Konzept“, sagt Oelstorf. „Der Tourismus liegt aus meiner Sicht brach. Die Ansiedlung von Menschen und Wirtschaft ist ins Stocken geraten.“ Aus Richtung EWG wünscht er sich eine breitere Unterstützung: Denn bisher hätten die Wirtschaftstreibenden vor allem auf punktuelle Veranstaltungen gesetzt, die kurzen Schlaglichtern glichen. Oelstorf: „Wir brauchen nachhaltige Ideen.“

Von Wiebke Brütt

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