„Ich sterbe tausend Tode“

Ebstorfer Eltern fordern mehr Sicherheit auf dem Schulweg am Domänenplatz

Nadelöhr an der Ecke Lüneburger Straße/Domänenplatz. Durch die Baustelle für die neue Kita ist auch noch der linke Fußweg gesperrt. Foto: sternitzke
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Nadelöhr an der Ecke Lüneburger Straße/Domänenplatz. Durch die Baustelle für die neue Kita ist auch noch der linke Fußweg gesperrt. Foto: sternitzke

Ebstorf – Ende der vierten Stunde in der Mauritius-Schule. Kinderstimmen. Drei rote Schulbusse starten nacheinander vom Ebstorfer Domänenplatz und rollen durch das Nadelöhr an der ehemaligen Bodwede-Schule in die Lüneburger Straße.

Direkt neben den Bussen bleibt nur ein schmaler Streifen hinter zwei Baken für Schüler und Eltern, die zu Fuß unterwegs sind. Die andere Seite ist wegen der Kita-Baustelle geschlossen. Eltern machen jetzt Druck für mehr Sicherheit auf dem Schulweg.

„Ich habe 20 Minuten gestanden“, erzählt Erstklässler Marlon Graba. Genau in der Kurve müssen der Siebenjährige und seine Mitschüler jetzt die Fahrspur überqueren, auf der sich morgens Fahrzeug an Fahrzeug reiht, dazwischen die Schulbusse. Neulich, als zwei Busfahrer nicht aneinander vorbeikamen, hätten die Schüler sich mit dem Rücken zur Straße an die Hecke gestellt. Vor Angst, berichtet seine Mutter Patricia Graba. „Ich sterbe tausend Tode, dass mein Sohn sicher über die Straße kommt“, sagt Marlons Mutter.

Die Ebstorferin hat 50 Unterschriften gesammelt und an Altbürgermeister Uwe Beecken (FBE) überreicht. Sie fordert, auch in Hinsicht auf die dunkle Jahreszeit, einen Zebrastreifen in der Kurve der Zufahrt zum Domänenplatz. „Nicht nur für mich und die Kinder, sondern auch für die älteren Leute“, betont die Mutter.

Die Sicherheitsprobleme haben auch schon den Fleckenrat beschäftigt. Verschiedene Vorschläge wurden kurz diskutiert, wie eine Abgrenzung durch Flatterband, einen Weg über das Gelände der früheren Bodwede-Schule oder sogar über den Kirchplatz. Das sei aber wiederum nicht möglich, betonte Uwe Beecken. „Dann sind die Kinder nicht versichert.“ Auch Kritik an den vielen Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, wurde geübt. Hierdurch würden die Verkehrsprobleme mit verursacht.

An der Baustelle könne die Gemeinde kurzfristig nichts ändern, betont Gemeindedirektor Hans-Peter Hauschild (SPD) auf AZ-Nachfrage. Ein Überweg sei theoretisch möglich. „Ob der Zebrastreifen was ändert?“, fragt sich Hauschild. Er favorisiert ein Schülerlotsen-System. Dafür müssten sich allerdings Eltern finden, die den Dienst freiwillig übernehmen. „Das wäre am schnellsten umsetzbar.“

Die UWG fordert nun ein Konzept für die Schulwegsicherung. Hierzu solle es einen runden Tisch sowie eine Begehung mit Beteiligten aus Fleckenrat, Landesstraßenbaubehörde, Polizei und Elternschaft geben. Im nächsten Schritt sollten Verbesserungsvorschläge entwickelt werden, die im nächsten Haushalt unverzüglich umgesetzt werden müssten.

Am Mittwoch, 21. Oktober um 18 Uhr, lädt Bürgermeister Heiko Senking zu einer Informationsveranstaltung ein. Dabei sollen die Forderungen der Eltern gesammelt werden und gegebenenfalls schnell umsetzbare Anregungen aufgegriffen werden. • Maximal 30 Teilnehmer sind möglich. Anmeldung: heikosenking@icloud.com. VON GERHARD STERNITZKE

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