Er kocht für Präsidenten und Pop-Stars, Fußballer und Königsfamilien

Hubertus Marquardt aus Ebstorf ist einer der Top-Köche in Frankfurt

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Der gebürtige Ebstorfer Hubertus Marquardt leitet heute die Küche in einem der edelsten Hotels Frankfurts – doch seine Wurzeln hat er nie vergessen.

Ebstorf/Frankfurt. Die Oma brachte ihm das Backen bei. Und mit seinem Vater fuhr er schon als kleiner Bengel mit auf die Wochenmärkte, wenn er nicht gerade gemeinsam mit seinen Schwestern in der elterlichen Fleischerei in Ebstorf das Kochen und Anpacken lernte, wie er sagt.

Hubertus Marquardt in seinem Element: Der 34-jährige gebürtige Ebstorfer kochte schon in verschiedenen Ländern und ist derzeit Küchenchef in einem der angesagtesten Hotels Frankfurts.

Hubertus Marquardt ist mit dem Essen und seiner Zubereitung groß geworden. Ganz groß sogar. Denn der heute 34-Jährige ist inzwischen ein gefragter Koch, absolvierte seine Aus- und Weiterbildung in verschiedenen Ländern, bekochte Bundes- und US-Präsidenten, Top-Fußballclubs und königliche Familien und arbeitet mittlerweile als Küchenmeister – in der Branche heißt es Executive Chef – im Roomers Design Hotel in Frankfurt. Der Ebstorfer ist „behütet, liebevoll und mit viel Eltern- und Schwesternkontakt“ im Klosterflecken aufgewachsen, erzählt er. Doch so sehr es ihn auch in die große weite Welt gezogen hat – seine Wurzeln in der Heimat, „der wunderschönen Lüneburger Heide“, betont er, hat er nie vergessen. „Mein Vater brachte mir die Jagd und die Liebe zur Natur bei.“ Nach Jahren auf Wanderschaft sei er jetzt als Küchenmeister, Vater und Ehemann in Frankfurt angekommen.

Mit seinen 34 Jahren hat der Ebstorfer schon mehr erlebt als manche es sich zu träumen wagen. „Ich arbeitete auf Mallorca, in Österreich und Köln“, zählt Hubertus Marquardt auf. Er sei oft in Tel Aviv und Jerusalem auf sogenannten Food-Adventuretrips gewesen und kochte dort mit den einheimischen Chefs. Als Deutscher gab er in Tel Aviv an einer der renommiertesten Kochschulen Unterricht und bekocht seit Jahren die interessantesten Menschen. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, Ex-Bundespräsident Joachim Gauck, Fußballer Lionel Messi und Pop-Star Justin Bieber gehörten schon dazu.

Nach seiner Ausbildung bei den LSG Sky Chefs – einem Catering-Tochterunternehmen der Deutschen Lufthansa – absolvierte Hubertus Marquardt seinen Wehrdienst und ging dann nach Mallorca. Nach einer weiteren Station in Österreich kam er das erste Mal nach Frankfurt und lernte hier seine Frau kennen. Es zog ihn jedoch zurück nach Österreich – in Wien wurde er schnell zum Souschef im Le Meridien befördert. Nach einer weiteren Station im Hyatt Regency in Köln kehrte Hubertus Marquardt zurück nach

Wir haben früher immer alle zusammen am Tisch gesessen und gegessen.

Frankfurt, ins Grandhotel Hessischer Hof – einem der führenden Hotels der Welt.

Besonders angetan hat es dem Vater zweier Töchter die persische Küche. „Seit 2016 reise ich regelmäßig in das Heilige Land, besonders nach Tel Aviv und Jerusalem. Beide Städte sind enorm bekannt für legendäre Snacks und Streetfood.“ Dort habe er seine kulinarische Heimat gefunden, sagt Hubertus Marquardt. „Und ich erweitere, wann immer es geht, mein Wissen und meine Geschmäcker.“

Den Reiz des Kochens sieht der 34-Jährige in der Spontaneität und Flexibilität, die gefragt sind. „Ich arbeite aktuell mit fünf verschiedenen Nationalitäten zusammen“, sagt er. Und eine Küchenmannschaft sei sehr streng hierarchisch aufgebaut. Wer da einen derben Spruch nicht vertrage, sei wahrscheinlich fehl am Platz.

„Als Koch musst du dich immer neu erfinden“, schwärmt der gebürtige Ebstorfer von seinem Beruf. Sein Herz schlage zwar für die Küche des Heiligen Landes, aber darauf versteifen dürfe er sich nicht. „Einmal musste ein Honig aus Neuseeland eingeflogen werden, ein anderes Mal alle Fenster einer Suite mit einer speziellen Folie abgeklebt werden, ein anderer wollte seine Seezunge Vegan essen. Es gab sogar Abende in der Küche, bei denen Bodyguards das Kochen für den Gast überwacht haben...“

Doch auch das Kochen mit Kindern ist dem Profi wichtig. „Wir haben früher immer alle zusammen am Tisch gesessen und gegessen“, erinnert sich Hubertus Marquardt. „Jeden Tag. Und so ist es bis heute. Viel zu wenig wird in der Schule und dem Kindergarten darauf eingegangen, weil keine Zeit, kein Personal oder kein Geld da ist. Ein unakzeptabler Zustand.“ Aus Israel stamme die Idee, das Kochen sogar als Teil einer Therapie für traumatisierte Kinder anzuwenden. „Etwas ähnliches habe ich gerade mit der Uni-Klinik Frankfurt zusammen durchgeführt“, berichtet Marquardt. Wissen weitergeben – auch das ist eines seiner Anliegen als Koch.

Doch auch der Profi ist nicht in allem perfekt, was aus Kochtopf oder Pfanne kommt. So kann Hubertus Marquardts’ Leibspeise nur Eine zubereiten: seine Ehefrau. „Sie macht die beste Karottensuppe der Welt!“ Aber da gibt es noch etwas: „Aus meiner Kindheit habe ich unglaublich gute Erinnerungen an die Produkte von meinem Vater, Jürgen Marquardt“, lächelt Hubertus Marquardt. „Bregenwurst und Schnauze mit Mett sind meine Highlights.“

Von Ines Bräutigam

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