MGH hofft auf weitere Förderung

Der offene Treff für Eltern und Stillmütter soll trotz neuem Konzept im MGH erhalten bleiben. Foto: Ph. Schulze

Ebstorf. 40 000 Euro für weitere zwei Jahre – diesen Geldsegen möchte sich das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Ebstorf nicht entgehen lassen. Denn die aktuelle Förderung läuft 2012 aus und ohne weitere finanzielle Unterstützung wird sich der Klosterflecken Ebstorf die Einrichtung am Domänenplatz künftig nicht mehr leisten können.

Im Ausschuss für Familie, Freizeit und Kultur stellte Joachim Kisker vom Diakoniewerk Jerusalem, das die Einrichtung betreibt, nun ein neues Konzept für das Haus vor – denn die Aufteilung des Fördertopfes hat das Bundesfamilienministerium an neue Richtlinien gebunden.

„Den offenen Treff müssen wir aufrecht erhalten, das ist verpflichtend“, betonte Kisker. Ansonsten werden die Schwerpunkte „Alter und Pflege“, „Integration und Bildung“, „haushaltsnahe Dienstleistungen“ und „Freiwilliges Engagement“ vom Ministerium gefordert. Bestehende Angebote des Mehrgenerationenhauses, die im Internet unter www.mehrgenerationenhaeuser.de eingesehen werden können, werden zu einem Großteil weitergeführt – nur eben zum Teil unter neuen Oberbegriffen geordnet. Kisker: „Wir werden auch nochmal Bürgerbefragungen durchführen, um genauer auf die Bedürfnisse vor Ort eingehen zu können.“

Geplant ist es, das Programm des MGHs weiter auf mehrere Säulen zu stellen: Aktionen, die das Personal des MGHs selber durchführt, Punkte, die von Ehrenamtlichen übernommen werden, und Angebote von externen Stellen, die vom MGH nur vermittelt werden. So könnte das MGH-Team beispielsweise über die Arbeit von Pflegediensten oder anderen Einrichtungen informieren. „Wir müssen Netzwerke nutzen, alleine können wir das Programm nicht stemmen“, sagte Kisker.

Bei der konkreten Ausgestaltung der Aktionen setzt das MGH weiter auf ehrenamtliche Akteure und den im Juli startenden Bundesfreiwilligendienst. „Wir brauchen konkrete Projekte, mit denen wir Leute gezielt ansprechen können“, mahnte Heiko Senking (UWE) an.

Solche Projekte wünschen sich auch Ebstorfs Jugendliche, von denen ein Teil zur Sitzung erschienen war. Bei der Umsetzung hapert es derzeit jedoch noch etwas. Mit der ersten schnellen Forderung „Wir brauchen mehr Zeit im MGH und mehr Budget“, machten sich die jungen Leute in der Politik keine Freunde: Selber aktiv werden sollen sie, denn Geld hat der Flecken keines. „Außerdem ist das MGH kein Jugendzentrum, wo euch Projekte einfach vorgesetzt werden. Ihr müsst selber aktiv werden“, sagte Gemeindedirektor Torsten Wendt. „Wenn konkrete Projekte vorliegen, können wir die auch von den Fördergelder bezuschussen“, erklärte zudem Kisker. Für weitere Aktionen, wie eine Fahrt in den Heidepark oder Ausflüge ins Schwimmbad, die sich die jungen Leute wünschen, müssten sie hingegen selber Geld auftreiben.

Das Bundesfamilienministerium stellt für den zweiten Förderzeitraum 50 Millionen Euro zur Verfügung. Aus diesem Topf werden bundesweit von 2012 bis 2014 insgesamt 450 Häuser gefördert.

Auf jedes MGH würden somit 40 000 Euro im Jahr entfallen – 30 000 Euro davon zahlt der Bund, die weiteren 10 000 Euro sollen sich Land und Kommune jeweils zur Hälfte teilen. Bis Ende August müssen die Anträge samt Betreiberkonzept beim Ministerium eingehen. Das MGH Ebstorf besteht seit 2009. Das Haus wurde in der ersten Förderphase, die bis 2012 andauert, mit 40 000 Euro im Jahr bezuschusst.

Von Wiebke Brütt

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