Mensch 2013: Das Ehepaar Kutzinski unterstützt Schüler bei den Hausaufgaben

„Helfen gehört zum Leben“

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Engagierte Ebstorfer: Drei Mal wöchentlich unterstützen Anna und Heinz Kutzinski Schüler bei ihren Hausaufgaben. Immer sonnabends kümmern sie sich außerdem um zwei Mädchen im Alter von acht und zehn Jahren.

Ebstorf. Die Hausaufgabenhilfe in der Ebstorfer Mauritius-Schule gibt es seit etwa sieben Jahren. Von Anfang an mit im Team der Helfer ist Anna Kutzinski. Ihr Mann Heinz gehört auch dazu, er stieß kurze Zeit nach dem Start des Angebots zum Team.

Mittlerweile hat er auch die Koordination der Hausaufgabenhelfer übernommen. „Ich organisiere dann kurzfristig um, wenn einer der Helfer mal nicht kann“, erklärt Heinz Kutzinski. Für sein Engagement wurde das Ehepaar nun in den Kreis der Nominierten von „Mensch 2013“ gewählt: Es ist eine Aktion der AZ und der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg mit dem Volkswagen Zentrum Uelzen.

Hilfebedarf bestehe hauptsächlich im Fach Mathe, bei den Grundrechenarten, aber auch in Deutsch und Sachkunde, berichten die Kutzinskis. Auffallend viele Kinder, die das Angebot in Anspruch nehmen, hätten einen Migrationshintergrund. Zwischen acht und zwölf Kinder nehmen an dem Nachhilfeunterricht, der für die Eltern und Schüler wegen der ehrenamtlichen Helfer kostenfrei angeboten werden kann, teil. Dabei bekommen jeweils zwei Schüler Unterstützung von einem Betreuer. „Optimal wäre aber 1:1“, sagt Heinz Kutzinski.

Zusätzlich zu der Hausaufgabenhilfe kümmert sich das Ehepaar aus Ebstorf seit etwa drei Jahren sonnabends um zwei Schwestern im Alter von acht und zehn Jahren. „Ich sitze mit dem einen Mädchen zum Lernen in der Küche und mein Mann mit der Schwester am Esstisch“, berichtet Anna Kutzinski. Und es werde bei den Besuchen nicht nur gelernt. „Die beiden essen auch schon mal mit oder möchten uns im Sommer im Garten helfen. Ich habe ihnen auch das Häkeln gezeigt“, so Anna Kutzinski. Die Mädchen seien ihr besonders ans Herz gewachsen und berührten sie. Die Patenschaft sei wichtig für das soziale Verhalten der beiden. Der seit Jahren andauernde Kontakt hätte nicht nur ihren Wortschatz stark verbessert, den sie für Textaufgaben in den Fächern Deutsch und Mathe dringend benötigen, sondern auch einen guten Einblick in das Alltagsleben ermöglicht. „Bei den Mädchen zuhause wird nicht nur deutsch gesprochen, und so bekommen sie bei uns noch mehr Sicherheit in der deutschen Sprache“, sagt Anna Kutzinski.

Von 2004 bis 2011 hatten die Ebstorfer je zwei Mädchen aus der atomar verstrahlten Region Gomel für vier Wochen bei sich aufgenommen. „Zuerst haben sie wegen Heimweh ein paar Tage geweint, aber zum Schluss weinten sie wegen des Abschiedsschmerzes“, erinnert sich Anna Kutzinski. Das Ehepaar hat während des Aufenthaltes der Mädchen nicht nur die Versorgung übernommen, sie waren mit ihnen auch beim Arzt oder haben mit ihnen Freizeitaktivitäten unternommen. So habe der Aufenthalt der Mädchen nicht nur zur körperlichen Kräftigung, sondern auch zur Stärkung des Wohlbefindens beigetragen.

Als ob die Ehrenämter nicht genügen, ist Anna Kutzinski noch beim Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes in Ebstorf tätig. Dort bekleidet sie sogar das Amt der Zweiten Vorsitzenden. Heinz Kutzinski war früher im Gemeinde- und Samtgemeinderat engagiert und hat sich ehrenamtlich um die Grünanlagen, Promenadenwege und Holzbrücken im Ort gekümmert oder auch hier Patenschaften organisiert. „Ich kann einfach nicht nur dasitzen und nichts tun“, sagt Anna Kutzinski. Helfen gehört für die Kutzinskis einfach zum Leben dazu.

Von Sabine Liedtke

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